Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Das reichsdeutsche christliche Element in Palästina
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 200 (sequence 6)
- Language
- German
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200 aU* ^em Karmel 509 deutsche Einwohner (331 Templer, 140 Evangelische, 38 Katholiken). Auf einem etwaigen Areal von 166 Hektar (95 Templer, 40 Evangelische, 31 Katholiken) stehen etwa 145 Gebäude (Templer 100, Evangelische 33, Katholische 3). Die bürgerliche Verwaltung der Kolonie ist gemeinsam (Bürgermeister: Schulleiter Wurst). An bedeutsameren wirtschaftlichen Unternehmungen sind zu erwähnen: Eine Seifen- und Oelfabrik (Struve & Co.) mit Export, zwei führende, sehr angesehene Kaufhäuser (Isaak Beck und Schmidt & Co.), die deutschen Qualitätswaren weithin Eingang verschafft haben. Das Hamawerk (Maschinen- und Reparaturwerkstätte), das bedeutendste Werkstättenunternehmen Nordpalästinas; fünf mechanische Bau- und Möbelschreinereien (Gebr. Haar, Gebr. Beck und änderte); zwei größere Bauunternehmungen, eine W agnerei, zwei Wagenschmieden (die Templer brachten die ersten Wagen nach Palästina!), zwei Bäckereien, zwei Gärtnereien, zwei Gartenwirtschaften. Ferner sind fast alle Handwerker Vertretern Neben bedeutenden Kommissions - häusern (Kirchner & Co., Agentur des Norddeutschen Lloyd, der Hapag und der Deutschen Levantelinie, und andere) besteht eine angesehene deutsche Apotheke (Bulach). Am Spital der deutschen Boromäerinnen ist ein deutscher (zur Tempelgesellschaft gehörender) leitender Arzt tätig. Die Kolonie Jaffa hat einschließlich des landwirtschaftlichen Zweigunternehmens des Syrischen Waisenhauses, Bir Salem, 266 Einwohner (226 Templer, 40 Evangelische; Stand vom Jänner 1927 nach Fast). Auf etwa 20 Hektar Land (2 Hektar Bauland, 3 Hektar Weinberge, 10 Hektar Orangen) stehen 44 Gebäude (40 in templerischem), 4 in evangelischem Besitz). Die bürgerliche Verwaltung ist auch gemeinsam (jetzt auch gemeinsam mit Sarohja; Bürgermeister: abwechselnd W. Aberle, Jaffa, und R. Lippmann, Sarona, zurzeit letzterer). In Jaffa leben fast durchweg Gewerbe- und Handeltreibende. Die Maschinenfabrik und Gießerei der Gebrüder Wagner ist das bedeutendste deutsche Unternehmen im Lande, das größte Unternehmen dieser Art zwischen*, der Türkei und Aegypten. Ueber die Hälfte aller im Lande arbeitenden Maschinen, Mühlen, Pumpwerke und dergleichen wurden durch diese Firma erstellt. Sie hat durch ihre ausgezeichneten Erzeugnisse und ihr hohes Verantwortungsbewußtsein ganz wesentlich zu dem guten Ruf deutscher Arbeit im vorderen Orient beigetragen. Die Baumaterialienihandlung der Gebr. Wieland hat Filialen in Haifa und Jerusalem. Eine bedeutsame Reparaturwerkstätte wird von Aberle und Sohn betrieben. Die Firma Paul Aberle, Stammhaus in Jerusalem, hat weithin guten Ruf als Handelshaus großen Stils (Agentur der Hapag Vgl. zu den statistischen Angaben ferner die allerdings oft recht differierenden Angaben in: „Merkblatt für deutsche Besucher Palästinas" mit Karte der deutschen Axisiedlungen, 1:400.000. Buchdruckerei des Syrischen Waisenhauses. „Wirtschaftliche Organisationen und Erfolge der Templer in Palästina" in Nr. 11, 1927, des „Auslanddeutschen". Gotth. Wagner: „Die Kolonien der Tempelgesellschaft in Palästina", Geschichtliches und Wirtschaftliches, in Mischar W'Taasia, Tel-Aviv, Nr. 15/16, 1927 (sehr wertvoll).