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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 197

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Das reichsdeutsche christliche Element in Palästina
Date
1931-05-01
Page
Seite 197 (sequence 3)
Language
German
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Land sahen, in dem sie eine Reinkultur christlichen Volkslebens pflanzen müßten, die nach ihrer Ueberzeugung von Palästina aus hinauswirken würde in die christliehe Welt, wurde 1858 eine dreigliedrige Kommission zur Prüfung der Landesverhältnisse nach Palästina entsandt. Obwohl ihr in einer großen Versammlung in Cannstatt erstatteter Bericht nicht ermutigend gelautet hatte, und obwohl das landwirtschaftliche Kommissionsmitglied nach der Reise von« der Tempelsache zurückgetreten war, wurjden 1860 vier Jünglinge aus dem Bauern- und Handwerkerstand nach Palästina entsandt, um dort die Landessprache zu erlernen und sich einen Wirkungskreis zu suchen. Da sich den) jungen Männern aber die größten Schwierigkeiten in den Weg stellten, sah sich die Leitung des Tempels veranlaßt, sie wieder zurückzurufen. Schließlich blieben sie aber auf eigene Faust im Lande. Obwohl die Jugend zum Auszug drängte und obwohl die Kolonisationskasse über einige Mittel verfügte, beugten die Vorsteher mit rühmenswert nüchterner Vorsicht jeder Ueberstürzung vor. Vielen Mitgliedern brach die Geduld und so wanderten verschiedene Familien von der schwäbischen Alb auf eigene Faust aus. Ihre verfrühten Siedlungsversuche bei Chnefnis und Samunie (östlich von INahalal) scheiterten „aus Mangel an Erfahrung, durch Krankheit und Schikane türkischer Beamte^". Fast 90 Prdzent der Siedler starben in wenigen Wochen dort am Rande der Jesreelebene. Auf diesen unglücklichen Versuch hin, auf den von allen Seiten ernstlich vor jeder Auswanderung nach Palästina gewarnt wurde, entschlossen sich Hoffmann und sein Freund Hardegg, der bald zum weltlichen Organisator des Kolonisationsunternehmens wurde, trotz vieler öffentlicher Warnungen, mit ihren Familien allein vor auszureisen, um eine Empfangsstation für die folgenden Einwandererzüge zu gründen. 1868 trafen sie in Haifa ein. Nachdem Preußen am 7. Juni 1869 namens des norddeutschen Bundes einen Vertrag mit der Türkei abgeschlossen, hatte, der den Deutschen die Ansiedlung in Palästina ermöglichte, konnten sie vorerst etwa zwölf württembergische Morgen Land (ä 31,517 ar) am Fuße des Karmel erwerben. Schon 1870 konnte das Gemeindehaus eingeweiht werden. Und und 1884, Jerusalem; wichtigste Quelle für Hoffmanns Lebensgang. Vgl. über die innere Entwicklung und Einstellung der Tempelgesellschaft: Chr. Hoffmann: „Fortschritt und Rückschritt oder Geschichte des Abfalls vom Christentum". 3 Bände, 1863—1868, Stuttgart. — „Occident und Orien t". 1875, Stuttgart. — „Der W7 e gweiser zum dauerhaften Glück". („Warte" 1877, Nr. 2 bis 7.) P. Scheurlen: „Die Tempelgesellschaft" in „Sekten der Gegenwart". 1923, Stuttgart. Mit Bibliographie. A. P a q u e t: „Tempel" in „In Palästina". 1923, München. G. D. Hardegg: „Das ewige Evangelium". 1866, Stuttgart. Chr. Paulus: „Ein Wort an die deutschen Jüngling e". 1865. Chr. Rohrer (derzeitiger Tempelvorsteher): „Die Tempelgesellschaft". 1920, Stuttgart, 19 S. „Das Deutschtum in Palästin a", Stehfilmstreifen, 50 Bilder mit Begleittext, Verlag Wirtschaftsunternehmen des Vereins für das Deutschtum im Ausland. Dresden 1930.

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