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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 193

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Die Ein- und Auswanderung im Jahre 1930
Date
1931-05-01
Page
Seite 193 (sequence 6)
Language
German
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Bei der Auswanderung ist noch zu beachten, daß unter den jüdischen Auswanderern die Zahl der Ansässigen sehr grpß ist. Wir sehen, daß unter 1679 Auswanderern 454 im Lande geboren waren. Jedoch ist zu bemerken, daß auch unter den auswandernden Juden, die außerhalb Palästinas geboren sind, viele sind, die schon mehrere Jahre in Palästina waren. Wenn wir zu den im Lande geborenen jene Leute zurechnen, welche vor 1920 ins Land gekommen waren, das heißt vor dem Krieg, finden wir 786 Auswanderer, also fast die Hälfte der Gesamtzahl als im Lande Geborene oder schon vor dem Krieg dort ansässig Gewesene. Die Erscheinung, daß die Hälfte der Auswanderer Altansässige oder im Lande Geborene sind, verlangt eine besondere Untersuchung. An anderer Stelle *) bemühen wir uns, speziell diese Erscheinung zu erklären und gehen daher hier nicht darauf ein. Was die Verteilung der Einwanderer auf die verschiedenen Klassen betrifft, so waren von den 4944 jüdischen Einwanderern Arbeiter und Angehörige 3436 (69.5 Prozent), von palästinensischen Einwohnern abhängig 965 (19.5 Prozent)^ Mittelständler und Unabhängige mit Familie 452 (9.1 Prozent), Studenten, Religionspersonen und dergleichen 91 (1.9 Prozent). Wir sehen, daß die jüdische Einwanderung zu einem großen Teil auf der von Arbeitern mit Angehörigen beruht. Bei den Nichtjuden ist die Verteilung völlig anders. Von den 1489 nichtjüdischen Einwanderern waren 499 oder 33.5 Prozent, die nicht unter die Einwanderungsvorschriften fallen (wie Polizisten, Beamte, Kateg. K) Arbeiter und Fachleute mit Familie nur 448 (30.1 Prozent), Abhängig von palästinensischen Einwohnern 173 (11.6 Prozent), Mittelständler 48 (3.3 Prozent), Religionspersonen und diverse 321 (21.5 Prozent). Diese letztere Zahl verdient eine nähere Spezifikation. 4 jüdische Religionspersonen und 215 nichtjüdische wanderten ein, 64 jüdische und 165 nicht jüdische Studenten. Es ist möglich, daß viele jüdische Religionspersonen unter Mittelständlern figurieren, aber dies bedeutet doch, daß Ejrez Israel mehr den Nichtjuden als den Juden als „geistiges Zentrum" im bekannten Sinne dient. Um das Bild der jüdischen Einwanderung zu vervollständigen, führen wir auch die berufliche Schichtung der Einwanderer an. Unter den 4944 jüdischen Einwanderern waren 2665 (54 Prozent) Arbeiter (gelernte und ungelernte), freie Berufe, Beamte, Händler, Studenten usw., der Rest waren Familienangehörige oder solche, welche ein bestimmtes Einkommen haben. Das heißt, daß 54 Prozent aller Einwanderer produktiven schöpferischen Berufen angehörten. Unter jenen 2665 Einwanderern waren 483 landwirtschaftliche, 794 städtische Industrie- und Bauarbeiter, 101 Angehörige freier Bernde, 318 Beamte, Händler und Studenten, 989 ungelernte Arbeiter. Diese Verteilung zeigt, daß 18 Prozent der Einwanderer Landwirte waren, was wir bei keinem anderen Land« jüdischer Einwanderung finden. Im Gegenteil sehen wir, wie in allen Ländern der jüdischen Einwanderung die Mehrzahl Angehörige der städtischen Berufe sind. Unter den einwandernden städtischen Arbeitern waren solche für Bekleidung 184, dann Holz 164, Metall 163, Bau 48, Weber 39 usw. Es ist aber zu erwähnen, daß auch bei der Auswanderung der Anteil der produktiven Berufe groß ist. Von 1679 Juden, welche Palästina verließen, waren 779, oder nahezu die Hälfte Facharbeiter. Unter ihnen waren 73 Landwirte, 68 Beamte, 87 Handelsangestellte, 63 Studenten, 25 Lehmer, 48 Religionjspersonen. Unter den *) L'Immigratione degli Ebrei in Palestine nei tempi moderni, Roma 1931.

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