Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Kolonisation im Bergland
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 182 (sequence 10)
- Language
- German
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182 kaufen un(^ ^ür s*e bis 150 Mil pro Setzling zu bezahlen. Die geringfügigen Ausgaben, die der Fellache zur Intensivierung seiner Wirtschaft braucht, werden niemals ein Hindernis sein, zumal er nach Intensivierung zuviel Boden haben wird, und er einen Teil verkaufen kann. Simpsons Argument, es sei wegen Kapitalmangel unmöglich, den Charakter der Fellachenwirtschaft im Bergland zu ändern, entfällt somit völlig. Ebenso wenig Gewicht hat sein zweites Argument, der Fellache könne nicht auf die geringen Einnahmen des Getreidebaues verzichten und einige Jahre bis zum Fruchttragen der Pflanzungen warten. Wir sahen schon im Johnson-Crosbie-Bericht, daß die Fellachenwirtschaft durchschnittlich 6 Prozent bebauungswürdigen aber nicht bebauten Boden besitzt. Besitzt eine Familie z. B. 60 Dunam, so sind etwa 3.5 Dunam nicht bearbeitet. Nimmt der Fellache auf diesem Bodenstück jene „radikale Aenderung" vor, indem er es nicht unbebaut läßt, sondern es für Pflanzungen vorbereitet und dann bepflanzt, so braucht er nicht „auf die kleinen Einnahmen aus dem Ackerbau zu verzichten", denn die bisher von ihm mit Getreide bebaute Fläche bleibt unverändert. Ist die Uebergangszeit vorbei, trägt die Pflanzung Früchte und bringt sie dem Besitzer Einnahmen, dann kann der Fellache auf die geringfügigen Einnahmen aus dem Getreidebau einiger Dunam verzichten und mehr bepflanzen. Es ist klar, daß die „radikale Aenderung", von der Simpson spricht, sich auf den Typus der Wirtschaft, jedoch nur auf die Zeit des Aufbaues der Wirtschaft bezieht. Es wird ja niemandem einfallen, wenn er gutwillig ist, zu raten, daß im Laufe weniger Jahre in der Fellachen Wirtschaft des Berglandes eine Revolution vorgenommen und diese extensive Ackerbauwirtschaft in intensive Pflanzungswirtschaft umgewandelt werden soll. Eine solche Aenderung erfordert einen Zeitraum von 20 oder 30 Jahren, aber die Aenderung ist erforderlich. Und wenn Simpson nach Palästina geschickt wurde, um die Möglichkeiten der Landesentwicklung zu erforschen, so durfte er nicht die Augen vor dieser gewaltigen Möglichkeit schließen und aus zwei so wenig stichhältigen Gründen darüber hinweggehen. Denn das zweite Argument — die Uebergangsperiode bis zum Fruchttragen — ist auch vom landwirtschaftlichen Gesichtspunkt aus nicht stichhältig. Die Weintrauben z. B., die in der zukünftigen Wirtschaft eine große Rolle spielen sollen,4) tragen schon im dritten Jahre Früchte, und wenigstens können sie 4) Auf der Insel Cypern, die ein Drittel so groß ist wie Palästina, nehmen Weinpflanzungen 350.000 Dunam ein, in Palästina wenig mehr als 60.000 Dunam.