Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Kolonisation im Bergland
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 181 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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lache während dieser Jahreszeiten sehr beschäftigt und außerhalb X8X derselben ist er völlig untätig. Man braucht keine Statistik über Arbeitstage in der Fellachen Wirtschaft, um diesen Müßiggang nachzuweisen. Auf ein paar Tage Unterschied kommt es nicht an; die Tatsache selbst ist bekannt. Im Frühling, von der Beendigung der Aussaat des Sommergetreides bis zur Ernte, ungefähr einen Monat (Mai-Juni) und in der Herbstsaison, von der Ernte bis zur ersten Aussaat des Wintergetreides, etwa drei Monate (September-Novermber) geht der Fellache in die Stadt oder verbringt seine Tage mit Spiel. Man kann mit Sicherheit sagen, daß der Fellache außerhalb der regelmäßigen Arbeit in der Wirtschaft noch etwa 100 Arbeitstage im Jahre hat, an denen er Vorbereitungsarbeit für Pflanzungen auf einem Teil seines Bodens durchführen könnte. Natürlich hat auch diese Regel Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Eine kleine Tatsache will ich hier erwähnen, die Simpson bekannt sein könnte, wenn er sich mit einer Erforschung des Dorflebens beschäftigt hätte. Da er so viele Male auf der Chaussee Jerusalem- Jaffa gefahren ist, hat er sicher an der Stelle, wo die Chaussee hinter der Kolonie Mozah gegenüber dem Sanatorium emporsteigt, dort einen einzelnen Fellachen gesehen, der sich in jenen Tagen mit der Vorbereitung eines Bodenstückes beschäftigte, das an die Chaussee grenzt. Jeder der dieses Bodenstück vor der Bearbeitung gesehen hätte, und zwar nicht nur vom Flugzeug aus, sondern aus nächster Nähe, wäre überzeugt gewesen, daß dieses Bodenstück zu den nichtbearbeitungswürdigen Böden gehört. Dieser Fellache aber hat den Boden entsteint und richtig vorbereitet, hat Terrassen angelegt und binnen zwei Monaten eine Fläche von zwei Dunam soweit gebracht, daß er sie im darauffolgenden Winter bepflanzen konnte. Beispiele dieser Art finden wir in verschiedenen Dörfern bei keineswegs reichen, aber vernünftigen und arbeitsamen Fellachen. Die Behauptung, es bedürfe großer Kapitalien zur Ameliorierung von Böden im Bergland, bezieht sich auf Siedler, die nicht aus dem Dorfe kommen, für den Fellachen aber, der arbeiten will, ist kein Kapital vonnöten. Es ist schon möglich, daß wenn der Fellache in den hundert arbeitsfreien Tagen nicht nur auf seinem Misthaufen sitzt, sondern seinen Boden amelioriert, daß er dann eine Mahlzeit mehr am Tage nötig hat, aber das ist keine große Ausgabe und der Fellache wird sie schon ermöglichen können, wie jener Fellache, der bei Kirjath Anawim wohnt, die guten Resultate der dortigen Pflanzungen gesehen hat und es nicht nur ermöglichte, seinen Boden zu ameliorieren, sondern auch gepfropfte Setzlinge zu