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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Kolonisation im Bergland
Date
1931-05-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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Apfel- und Nußbaum, Aprikose, Pflaume, Maulbeer- und Johannisbrotbaum und vor allem den Weinstock hervorzubringen. Dagegen ist sie nicht geeignet, um Weizen, Gerste, Durra und Erbsen zu produzieren. Vom ökonomischen Standpunkt aus kann man höchstens sagen, daß die sich hier und da im Bergland findenden breiten Täler für Getreidebau geeignet sind. Aber die Berghöhen, die Abhänge und Wadis eignen sich nicht für diese Kulturen. So war es in der Landwirtschaft der alten Juden, wie aus verschiedenen Quellen1) folgt, und so wird es in der Wirtschaft der Zukunft sein. Auch Simpson gibt dies zu und sagt: „Die Ernteerträgnisse dieser Landwirtschaft sind auch in gesegneten Jahren sehr ärmlich und es ist zweifelhaft, ob die Bearbeitung sich rentiert. Und demgegenüber sind auch die steinigsten Abhänge geeignet für Baumanpflanzungen, besonders Oelbäume." 2) Wie sehr diese Pflanzungen für eine vervollkommnete Wirtschaft geeignet sind, kann man aus den im ganzen Lande, vom Süden bis zum Norden, üblichen Pflanzungen erkennen. Ihre Resultate lehren uns, wie groß ihr Wert für die Wirtschaft im Bergland ist. Ich betone, daß die von mir unten gegebenen Ziffern aus keiner anderen Quelle stammen, als aus meiner genauen Kenntnis der Pflanzungen des ganzen Landes und meinen mehr als zehnjährigen Untersuchungen in den verschiedensten Teilen Palästinas, Der Feigenbaum findet sich besonders im Bergland, von Hebron im Süden bis nach Metullah im Norden. Es gibt in Palästina etwa dreißig verschiedene Sorten, die man in die weißen und die schwarzen einteilt. Der Ertrag ist im Norden 1250 bis 2250 Kilogramm pro Dunam und im Bezirk Jerusalem 1200 bis 1500 Kilogramm pro Dunam. Wir legen das Minimum aller dieser Ziffern, 1200 Kilogramm pro Dunam, zugrunde. 2) Wer die talmudische Literatur kennt, weiß, daß zur Zeit unserer Väter die jüdische Wirtschaft im Bergland in der Hauptsache Pf lanzungs Wirtschaft war. Den Omer für Weizen und Gerste brachte man aus den Feldern der Ebenen Schefelah und Jesreel. Dagegen wurden die Erstlingsfrüchte, Feigen, Trauben und Oliven, aus den Bergen Jerusalems, Sichems und Obergaliläas gebracht. Dank dieser natürlichen rationellen Wirtschaft wurde ermöglicht, daß die jüdischen Siedlungen im Berglamd so zahlreich und dicht bevölkert waren. Die Weisen unseres Volkes, die die rationelle Wirtschaft vollständig verstanden, sagten über die Schaf- und Ziegenzucht, sie gefährde die Pflanzungen. Wie unsere Väter, müssen auch unsere ins Land zurückkehrenden Söhne die wirklichen Möglichkeiten des Landes kennen, um das Land wieder zu beleben. 2) Simpson-Bericht, Seite 14.

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