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Palästina · 1931-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1931) · p. Seite 174

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1931)
Article
Kolonisation im Bergland
Date
1931-05-01
Page
Seite 174 (sequence 2)
Language
German
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X74 Technik diese Wirtschaftsform primitiv und ärmlich bleiben und schließlich zum Zusammenbruch führen muß. 2. Die Ernteergebnisse aus Getreidebau im Bergland müssen ärmlich sein, weil die Ackerkrume gewöhnlich nicht tief genug ist, um in ihr wurzelreiehe Gewächse ohne künstliche Bewässerung, wie Weizen, Gerste usw., ziehen zu können. Anders liegt es bei Fruchtbäumen, deren Wurzeln Steine und Felsen durchdringen und sich auf diese Weise Ernährungsmöglichkeiten verschaffen. Aus diesem Grunde hat auch Düngung zwecks Erhöhung des Ernteergebnisses bei Getreidebau keinen Zweck. 3. Bei der übernommenen Wirtschaftsform, die in der Hauptsache auf Getreidebau basiert, beträgt die Wirtschaftseinheit notwendigerweise mindestens 130 Dunam, um dem Bauern mit Not ein schlechtes Auskommen zu gewähren. Nach meiner Ansicht, wonach die bebauungswürdige Fläche im Bergland im Durchschnitt 73 Prozent beträgt, würden für jede Wirtschaft 178 Dunam erforderlich sein und nach der Ansicht von Simpson, der mit dem Prozentsatz von 40 rechnet, würden für jede Wirtschaf1325 Dunam erforderlich sein. Und jetzt male man sieh ein Dorf von 100 Landwirtschaft treibenden Familien aus, dessen Fläche bei Zugrundelegung meiner Ansicht 18.000 Dunam und bei der Simpsons 32.500 Dunam betragen müßte. Dieses Dorf würde sich über Berge erstrecken, in die Täler herabgehen, weitere Berge erklettern und der Bauer müßte langsam von Ort zu Ort gehen oder viele Stunden mit seinen Arbeitstieren verlieren. Wieviel Zeit und Kraft würde mit diesen Wegen verloren werden! Dieser Zustand existiert heute wirklich, und solche große Entfernungen sind nicht der letzte Grund für die traurige Wirtschaftslage des Fellachen. Er geht früh am Morgen zur Arbeit, aber bis er an den Arbeitsplatz gelangt, steht die Sonne hoch am Himmel, das Arbeitstier ist ebenso müde wie der Bauer selbst, er pflügt zwei Dunam, da geht die Sonne unter und er muß bereits in sein Dorf zurückkehren. Ebenso ist es beim Ernten und beim Hereinschaffen der Ernte. Die Arbeit ist gewaltig und der Lohn: niedrige Halme, dürre Aehren und leere Säcke. Diese Wirtschaftsform muß völlig verschwinden und durch eine auf Pflanzungen basierte Wirtschaft ersetzt werden. Diese Wirtschaftsform hat im Bergland stets existiert und nur durch die Gleichgültigkeit der Araber wurde sie vernachlässigt. Man kann die Natur nicht zwingen, und wer es versucht, wird dafür bestraft. Die Bergerde ist von der Natur gesegnet, um Oel-, Feigen-,

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