Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1931)
- Article
- Kolonisation im Bergland
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 173 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Kolonisation im Bergland, 173 Von Agr. Josef Weitz, Jerusalem. Vorbemerkung. Der Autor, welcher die Forstarbeiten des KKL. leitet, hat eine Antwort an Hope Simpson über dieses Thema verfaßt, aus der wir einige interessante Abschnitte nachstehend veröffentlichen, die zum erstenmal in der Oeffentlichkeit die Möglichkeiten der Kolonisation in den gebirgigen Distrikten erörtern. Die Redaktion. Wenn wir die Frage des nötigen Bodenmaßes einer Wirtschaft im Bergland feststellen wollen, muß auf drei Vorfragen geantwortet werden, die im Simpsonberieht im Kapitel über das Bergland (Seite 13/14) gestellt werden, nämlich: a) muß der überlieferte Wirtschaftstypus im Bergland geändert werden? b) welches ist die geeignetste Wirtschaftsform für diese Zone? c) genügen die Mittel des Fellachen, um von einer Wirtschaftsform zur anderen überzugehen? Auf die erste Frage kann es meiner Ansicht nach nur eine Antwort geben, nämlich: ja, es ist notwendig, den im Bergland überlieferten Wirtschaftstypus zu ändern, da die gegenwärtige Wirtschaftsform Armut und Elend bedeutet und unmöglich verbessert werden kann. Die Notwendigkeit einer Veränderung der Wirtschaftsform folgt aus nachstehenden Tatsachen: 1. Die gegenwärtig im Bergland üblichen Kulturen erfordern größtenteils (von der im Bergland bearbeiteten Fläche von 3,170.000 Dunam nehmen Pflanzungen höchstens 150.000 Dunam ein) viel Handarbeit und vor allem primitive Arbeit. Es ist unmöglich, in die Formen der Bearbeitung, beim Säen und Ernten, irgendwelche Verbesserungen in der Richtung der Benutzung von Maschinen einzuführen, da man mit diesen auf den Terrassen, Abhängen und in den Wadis (eingeschnittenen Flußtälern) nicht arbeiten kann. Auf den Berghöhen kann die Maschine nicht arbeiten, weil zu viel Steine auf dem Boden verstreut liegen. Aus diesem Grunde wird der Ackerbau im Bergland stets teuer sein und die Erträge werden nicht einmal zur Deckung der minimalsten Bedürfnisse ausreichen. Auch der Transport der Ernte von den Feldern zur Tenne kann nicht verbessert werden, sondern auch in Zukunft werden Esel oder Kamel diese Arbeit machen müssen, denn der Bau von Automobilstraßen für diesen Zweck wird keinesfalls lohnen. Es folgt also daraus, daß trotz aller Entwicklung der landwirtschaftlichen