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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 137

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Die Frage der zukünftigen Rentabilität des Orangenbaues
Date
1931-03-01
Page
Seite 137 (sequence 3)
Language
German
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Zusammengefaßt: Jährliehe Kosten 12 Pfund (240 sh); Bruttoertrag 120 J37 Kisten, Produktionskosten pro Kiste 2 sh; Erlös am Baum pro Kiste 41/2 sh; netto 21/2 sh; pro Dunam 120 mal 21/2 sh ist gleich 300 sh., das sind 15 Pfund. Damit kommen wir zu einem „Reinertrag" von 15 Pfund pro Dunam. In Anführungszeichen deswegen, weil weder Amortisation noch Verzinsung abgerechnet wurden. Ich will aber diese beiden Posten absichtlich nicht einstellen, da es Ziffern sirid, die jeder Kaufmann anders rechnen wird, was ja schließlich auch eine reine Finanzfrage ist. Ebenso kann sich jedermann die Anlagekosten bei einem anderen Zinsfuß als 6 Prozent berechnen. Ich habe nur beispielsweise 6 Prozent angenommen. Die Anlagekosten von 91 Pfund laufen aber bis zur Selbsterhaltung auf, bis die Anlage 6 Prozent über die laufenden Kosten abwirft, werden es rund 100 Pfund sein, die Rentabilität daher 15 Prozent oder 9 Prozent, je nachdem, ob man Zinsen abzieht oder nicht, betragen. Ich bin bei der ganzen Betrachtung vom durchschnittlichen Typus des neuen jüdischen Orangenpflanzers (oder das Kapital in Orangenpflanzungen investierenden Juden) in Palästina ausgegangen. Das heißt, ich habe angenommen, daß die Anlage ohne Inanspruchnahme arabischer Arbeit fertiggestellt wird, bei der tragenden Orangerie indessen gemischte Arbeit vorausgesetzt. Schon deswegen, weil in den meisten Fällen auch fremdes Kapital verwendet wird, dessen Verzinsung (etwa 10 Prozent) und Amortisation bei Beibehaltung rein jüdischer Arbeit den „reinen" Gewinn bis aui Null drücken können, je nach Höhe des Leihkapitals. Smiliansky, Rechvoth, zweifellos der erfahrenste und zuverlässigste Fachmann auf diesem Gebiet, kalkuliert Anlagekosten für 100 Dunam Orangerie ebenso wie ich, bei 500, respektive 2000 Dunam um 5, respektive 10 Pfund niedriger. Bei einem Ertrag von 100 Kisten im zwölften Jahr, kommt er bei 7 (sh am Baum und 15 Pfund laufenden Kosten zu 20 Pfund Ueberschuß, bemerkt aber dazu, falls die Preise sich nicht hielten (wobei er für jene in England 12 sh, statt wie bisher 15 sh einsetzt), man zu 10 Pfund käme. Man kann auch der Kürze halber sagen, ein Dunam Orangerie kommt auf 100 Pfund, er trägt 100 Kisten, die jährlichen Kosten betragen 10 Pfund, das heißt, 2 sh pro Kiste, vom Baum bis in die Hanjd des englischen Importeurs kostet eine Kiste 8 sh; was dort also über 10 sh erzielt wird, multipliziert mit 100, ist Ueberschuß. Man kann aber auch jährliche Kosten mit 3 sh und infolge dessen einen Selbstkostenpreis von 11 sh, im englischen Hafen einen prophezeiten Preis von 12 sh annehmen und kommt dann ohne Verzinsung und Amortisation zu einem Reingewinn von 5 Pfund. In diesem Falle würde eine Schuld von 25 Pfund prp Dutoam genügen, um einen „reinen" Gewinn bis nach Amortisation der Schuld unmöglich zu (machen. Da die Investition in Orangen eine solche auf sehr lange Sicht ist, außerdem auch bei ungünstiger Konjunktur nicht oder nur mit Verlust realisiert werden kann, wäre noch eines zu sagen: Die Erträge steigen bis zum zwanzigsten, manchmal bis zum fünfundzwanzigsten Jahr, und halten sich lange auf der Höhe. Die entfernten Aussichten für Absatz sind besser als die der nächsten Zukunft. (Schlechte Preise, also billige Preise für den Konsumenten sind die beste Reklame und habein inoch immer eine große Steigerung des Verbrauches herbeigeführt.) Palästina ist gegenüber allen Orangenerzeugern, die den englischen und kontinentalen Markt beschicken, durchaus konkurrenz-

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