Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Die Frage der zukünftigen Rentabilität des Orangenbaues
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 136 (sequence 2)
- Language
- German
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1. Die Kosten der Anlage inklusive Bdden und Bewässerungsinstallatiou variieren zwischen 50 und 120 Pfund; es handelt sich bei diesen Extremen außer der Differenz zwischen jüdischer und arabischer Arbeit in dem einen Falle um besondere Vorteile, mit denen man aU.gep.ein nicht rechnen kann, in einem anderen um grobe Fehler, die ohne weiteres vermieden werden können. Ohne ins Einzelne zu gehen, was meist nur irreführt, kann man heute mit großer Sicherheit annehmen, daß ein Dunam Orangengarten bis zur Selbsterhaltung 75 Pfund kostet.5) Zuzüglich 6 Prozent Zinseszins sind das 91 Pfund. (Die Anlagekosten sind übrigens im Fallen.) 2. Die jährlichen laufenden Kosten variieren gleichfalls; aber man kann zu eine::« brauchbaren Mittelwert gelangen, den ich per Dunam mit 12 Pfund 6) annehme. (Die Produktionskosten sind im Steigen.) 3. Die Schätzung des Ertrages ist schwieriger; die Erträge in bestehenden, volltragenden Orangerien schwanken um 100 Prozent. Man kann da nicht einfacli ein arithmetisches Mittel nehmen. Vorsichtshalber die niedrigsten* Zahlen zu nehmen, wäre aber schon deswegen falsch, weil die Qualität der neuangelegten Orangerien im allgemeinen sichtlicjh besser ist, als die der alten, wie es auch die ersten Ernten ajus ihnen beweisen. Eine genaue Schiätzung ist nur im einzelnen Falle möglich. Indessen sind die größten Verschiedenheiten im Ertrage in den ersten Erntejahren zu beobachten. Die Erträge gleichen sich später bei rationeller Pflege in hohem Maße aus. Bei den Neuanlagen, von deinen hier die Rede ist, sind Verschiedenheiten wrie bei den alten Pflanzungen im allgemeinen nicht zu erwarten. Ich nehme einen Ertrag von 120 Kisten im zwölften Jahre an. (Weniger als 100 Kisten gilt als ausgesprochen schlecht.) 4. Am unklarsten liegen natürlich die Verhältnisse bei den zu erwartenden Preisen. Heutige Preise, oder das Mittel aus den letzten Jahren als Basis, einzustellen, wie es vielfach üblich ist, wäre meines Erachtens ein Unfug in einer Zeit, in der die Preise offensichtlich im Fallen sinld. Man könnte nattu> lich willkürlich schätzen, um wieviel sie fallen werden. Man kann annehmen, daß Rußland wieder auf dem Markt erscheinen wird und damit zu den kühnsten Hoffnungen gelangen; man kann auch einen Krieg und damit eine nahezu gänzliche Unverkäuflichkeit der Orangen prophezeien. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es alle denkbaren Möglichkeiten. Man soll nicht prophezeien, doch gibt es einen Anhaltspunkt dafür, was am wahrscheinlichsten eintreten wird: Eine Weltfirma, die sowohl spanische, als auch palästinensische, südafrikanische und kalifornische Orangen (nebst anderem Obst) in großem Maßstabe importiert, legt Kaufverträge auf eine Reihe von Jahren vor. Diese Firma, die am besten in der Lage ist, den Markt zu beurteilen, hat sich also offenbar eine sehr feste Meinung gebildet und ich neige dazu, mich dieser Meinung anzuschließen. Jedenfalls sind die aus den angebotenen Verträgen zu errechnenden Preise (viereinhalb Shilling), eher anzunehmen, als die sonst von Befugten und Unbefugten verbreiteten, aus der Luft gegriffenen Ziffern. Damit erübrigt sich auch eine Betrachtung der Aussichten auf Ersparnisse an Hafenkosten, Hafen usw., die ja oben schon einkalkuliert sind. 5) Bei rein jüdischer Arbeit. 6) Bei gemischter Arbeit.