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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 134

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
Date
1931-03-01
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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einem Male eine zentrale Bedeutung. Schaukhat Ali hat demgemäß den Gedanken einer moslemisdhen Universität in Jerusalem in die Debatte geworfen. Schon aus Gegnerschaft gegen die Wahabiten, die heute Mekka beherrschen, will er Jerusalem zu einem islamischen Zentrum machen. Wenn auch von dem Auftauchen einer solchen Parole bis zu ihrer Verwirklichung ein weiter Weg zurückzulegen ist, darf man doch nicht die Augen davor verschließen, daß schon die Propaganda allein ein politischer Faktor ist, der sich bereits in seinen Anfängen ausgewirkt hat. Und England als größte moslemische Macht wird keinesfalls in einen offenen Gegensatz zu dieser Propaganda treten Das politische Kräftespiel wird also wahrscheinlich auch die sachlichen Verhandlungen überschatten. Schaukhat Ali hat an die zionistischen Führer die Frage gerichtet, welches ihr konkretes Programm in Palästina sei und wann das Nationalheim als errichtet anzusehen ist; auf diese Frage habe er, so sagt er, keine Antwort erhalten. Hier liegt in Wahrheit die Hauptschwierigkeit jeder Verständigungsverhandlungen. Die Juden fordern in ihreri überwältigenden Mehrheit, daß ihrer Expansion im Lande keinerlei Grenzen gesetzt werden, sie bezeichnen offen die jüdische Mehrheit als ihr Ziel, und dies ist ein politisches Programm, dessen Kehrseite arabische Unterordnung bedeutet. Mit diesem Programm können jedoch jüdische Vertreter nicht ernsthaft mit den Arabern zum Verhandlungstisch gehen. Dazu kommt noch, daß in der Hauptfrage, die heute die Araber interessiert, nämlidh der Schaffung einer Volksvertretung, die Juden bisher einen intransigent ablehnenden Standpunkt einnehmen. Nicht einmal der im Weißbuch vorgesehene gesetzgebende Rat, der den Arabern viel zu undemokratisch ist, wird von den Juden akzeptiert. Es ist also unschwer vorauszusehen, daß die Verhandlungen wenig aussichtsreich sein werden. Trotzdem scheint sich in jüdischen Kreisen, wenn auch in vager Form, die Erkenntnis zu verbreiten, daß irgend eine Annäherung gesucht werden muß. Es bleibt also abzuwarten, was der Besuch Weizmanns im Lande für Früchte zeitigen wird. Inzwischen ist die Jewish Agency damit beschäftigt, die Beschlüsse der Jänner- Sitzung, betreffend Abbau von Einrichtungen, Rationalisierung des Betriebes und Kürzung der Gehälter, durchzuführen. Diese Aktion bringt begreiflicherweise viele Härten mit sich und die Mißstimmung unter den Beamten und Lehrern in Palästina wächst zusehends. Es ist auch kaum zu sehen, wie die abgebauten Personen eine neue Beschäftigung im Lande finden sollen. Für die Jewish Agency aber ist ein solcher Umbau ihres Betriebes, der bis zum heutigen Tage eine Art Inflationsbetrieb war, eine unerläßliche Notwendigkeit. Schon jahrelang sind in dem Budget der Agency so gut wie gar keine Beträge für diejenigen Aufgaben, die die eigentlichen programmatischen Zwecke der Agency bilden, verfügbar. Durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist aber das Budget nicht einmal in seinem bisherigen Umfang aufrecht zu erhalten. Die Aussichten haben sich gegenüber dem Jänner etwas gebessert, weil in Amerika nun doch die Palästina- Kampagne in energischer Form in Angriff genommen wurde. Es heißt, daß man jetzt mit der Deckung des amerikanischen Budgetanteiles rechnen kann. Dies vorausgesetzt, würde die Jewish Agency mit halbwegs geordneten Verhältnissen vor den Zionistenkongreß, beziehungsweise vor den Council der Jewish Agency, welche am 29. Juni dieses Jahres in Basel tagen werden, treten. Dort wird dann die Frage der Konsolidierung der schwebenden

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