Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Jewish Agency. Von Dr. Robert Weltsch, Berlin.
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 3)
- Language
- German
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Systems nur dann versprechen dürfen, wenn es nficht den Widerstand der arabischen Bevölkerung hervorruft, 'Um dies von vornherein zu verhindern, dürfte es erforderlich sein, auch Vertreter der Araber an den bevorstehenden Verhandlungen zu beteiligen. Es wäre ja ohnedies absurd, wollte die Regierung nur mit den Juden über Objekte reden, die heute zum größten Teil in arabischen Händen sind. Das Entwicklungsprojekt wird jedoch für die arabische Bevölkerung so viele Vorteile bringen, daß man annehmen kann, daß sie ihre aktive Mitarbeit nicht versagen wird. Jedenfalls entspricht die Heranziehung arabischer Vertreter auch dem Wunsche eines großen Teiles der Juden und der zionistischen Führung. Die Schwierigkeiten werden jetzt auf arabischer Seite liegen, weil die Araber den Mac Donald-Brief als einen schweren Affront und als Beweis der völligen Unzuverlässigkeit der englischen Regierung aufgefaßt und von neuem der Mandatspolitik ihren scharfen Kampf angesagt haben. Die arabische Bewegung befindet sich gegenwärtig in dem uns von anderen nationalen Bewegungen bekannten Stadium, wo politische Erwägungen über alles gestellt werden, sodaß die nationalistischen Führer sich auch durch etwaige ökonomische Vorteile nicht für eine Politik gewinnen lassen wollen, die in ihren letzten Auswirkungen dem von ihnen bekämpften Zweck, in unserem Falle also der Stärkung und Ausdehnung des jüdischen Einflusses im Lande, dienen. Die arabische Exekutive hat wieder den Boykott verkündet, doch hat sich diese Waffe wiederholt als untauglich erwiesen. Es läßt sich heute schwer voraussagen, in welcher Weise die geplanten Verhandlungen, die für das Schicksal des ganzen Landes so bedeutungsvoll sind, erfolgen werden. Der Beginn wurde für Mitte April in Aussicht genommen, wenn Dr. Weizmann von seiner Palästina-Reise zurückgekehrt ist. Diese Palästina-Reise des zionistischen Führers soll wahrscheinlich, wenn dies auch offiziell nicht zugegeben wird, der Klärung der F<rage dienen, ob eine Zuziehung der Araber möglich ist oder ob die Regierung mit beiden Bevölkerungsteilen gesondert verhandeln muß. Der zionistische Führer hat sowohl in dem Manifest, das er als Antwort auf den Mac Donald-Brief veröffentlichte als auch bei anderen Gelegenheiten den Wunsch ausgesprochen, jetzt mit den Arabern in Kontakt zu kommen. Ob er entsprechende Pläne für seine Palästina-Reise hat, ist aus den einander widersprechenden und jedenfalls unautorisierten Pressemeldungen nicht zu entnehmen. Aber schon diese Meldungen haben genügt, um eine dezidierte Absagje der Araber zu provozieren. Die Araber erklärten, der Mac Donald-Brief und das Verhalten der Zionisten beweisen, daß die Zionisten jede Politik, die dem Araber seinen heutigen Besitzstand garantiert, verhindern wollen; dies bedeute aber nichts anderes, als daß sie die Vertreibung der Araber von ihrem Boden wünschen. Bei dieser Sachlage könne kein Araber mit den Juden verhandeln. Außerordentlich bestärkt wurde das arabische Selbstbewußtsein durch die Propaganda Schaukhat Alis, des Führers der indischen Mohammedaner, der im Anschluß an das Begräbnis seines Bruders Mohammed Ali in Jerusalem das Land bereiste und den Arabern die Hilfe der ganzen moslemischen Welt zusicherte. Die Beisetzung Mohammed Alis in Jerusalem war ein äußerst geschickter Schachzug des Mufti Chadsch Emin el Husseini, der durch diese Geste sich zu einer der fü<hrenden Figuren des Weltislam aufgeschwungen hat. Insbesondere für die indischen Mohammedaner, die ja stark politisiert sind, erhält Jerusalem mit