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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 110

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
Date
1931-03-01
Page
Seite 110 (sequence 15)
Language
German
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und Haifa, wonach die Zahl der Pächter, welche den von den Juden im Emek Jesreel gekauften Boden verlassen mußten, 1270 beträgt. Wir werden weiter unten zeigen, weshalb diese Schätzung viel zu hoch ist. Aber sogar wenn wir sie als richtig unterstellen, so würde sie der beste Beweis dafür sein, in wie geringem Umfange die Bodenkäufe durch Juden für die Existenz der landlosen Araber verantwortlich sind. Etwa die Hälfte des Bodens, den die Juden seit dem Jahre 1914 in Palästina gekauft haben, liegt im Emek Jesreel. Die andere Hälfte liegt in der Küstenebene und war, da sie zum großen Teil nicht aus Getreideboden, sondern aus sandigem Pflanzungsboden bestand, von Arabern viel spärlicher bearbeitet als der Getreideboden im Emek Jesreel. Es würde sich also im höchsten Falle ergeben, daß auf dem gesamten Boden, welchen die Juden seit 1914 gekauft haben, vorher etwa 2500 arabische Pächter ansässig gewesen sind. Ein großer Teil von ihnen hat anderweitig Boden gepachtet und seine rechtliche und wirtschaftliche Lage hat sich nicht verändert. Aber selbst wenn wir hievon absehen und die — unrichtige — Annahme zulassen würden, daß die gesamten 2500 früheren cultivators des von den Juden gekauften Bodens landless (im wahren Sinne des Wortes) geworden seien, so würde dies nur bedeuten, daß von den 25.572 Familien, die Hope Simpson (p. 26) für ganz Palästina als landiess errechnet, höchstens 10o/o in irgendeiner Weise von den jüdischen Landkäufen betroffen sein könnten. 27. In Wirklichkeit ist aber auch dies nicht der Fall. Ein großer Teil der Fläche, welche die Juden in der Küstenzone gekauft haben, war früher von Arabern überhaupt nicht bearbeitet worden, da er aus sandigem Pflanzungsboden bestand, mit dem die Araber nichts anzufangen wußten. Ferner ist ein Teil der früheren Bearbeiter dieses Bodens, wie Hope Simpson (p. 50) selbst anerkennt, auf dem Boden geblieben und von der PICA bei der Einrichtung ihrer Wirtschaft unterstützt worden. 28. Was die Bodenkäufe im Emek Jesreel anbetrifft, so hat die Jewish Agency Hope Simpson eine Liste überreicht, welche die 688 Pächter aufzählt, die den Boden vor seinem Erwerb durch die Juden bearbeiteten und die ihn nach dem Erwerb verlassen mußten. Die Liste enthielt alle Pächter, die für ihren Weggang vom Boden Entschädigung erhielten, und es kann kein Zweifel bestehen, daß außer diesen entschädigten Pächtern keine anderen vorhanden waren. In dieser Liste von 688 Pächtern hatte die Jewish Agency mit vieler Mühe und vielen Ausgaben festgestellt, wo sich diese früheren Pächter jetzt befinden, und es war ihr möglich gewesen, nachzuweisen, daß 437 noch jetzt in demselben Distrikt landwirtschaftlich tätig sind, darunter 58 als Charateri: (Arbeiter, die von einem Eigentümer oder Pächter auf jährlichen Kontrakt beschäftigt sind). Von den übrigen 251 früheren Pächtern sind 89 jetzt Schafhirten, 37 sind gestorben, 84 sind iiicht mehr in der Landwirtschaft tätig und von über 41 war es unmöglich, Auskünfte zu bekommen. Die Liste zeigt also, daß die große Mehrheit der früheren Pächter auch nach dem Verkauf des von ihnen gepachteten Bddens in der Landwirtschaft verblieben sind. In diese Zahl der noch landwirtschaftlich Tätigen sind auch die 58 Charaten und 89 Schafhirten eingeschlossen worden, weil viele davon auch schon vor dem Verkauf des Bodens Schafhirten waren. Außer Betracht gelassen wurden die 37 Pächter, die inzwischen gestorben sind. Der Qrund dafür liegt darin, daß der Jewish Agency nur die Namen der früheren Pächter bekannt waren, aber

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