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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 107

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
Date
1931-03-01
Page
Seite 107 (sequence 12)
Language
German
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gibt. Diese Schätzunng hätte deshalb rlchtigerweise von H. S. nur für eine neu anzulegende Fellachenwirtschaft herangezogen werden dürfen. 18. Hope-Simpson gibt zu (p. 64), daß dort, wo Wasser für Bewässerung vorhanden und Milchviehhaltung möglich ist, das holding eines Fellachen auf 40 Dunam reduziert werden kann, wovon die Hälfte unter Bewässerung sein muß; dort, wo bewässerte Baumpflanzungen vorhanden sind, könne bei den gegenwärtige Preisen für Orangen und Bananen das viable lot auf 15 bis 20 Dunam reduziert werden. Hope-Simpson läßt hierbei ganz außer Betracht, daß in Gegenden, wo Wasser leicht erreichbar ist, auch ohne Milchviehhaltung und ohne bewässerte Pflanzungen bewässerbarer Böden, auch wenn er nur für Getreide in Zeiten von Dürre oder für Bewässerung von Gemüse für Hausgebrauch oder Verkauf benützt wird, höhere Erträge liefert als unbewässerter Boden. Solch eine Bewässerung ist für den Fellachen möglich ohne große Geldaufwendungen und ohne eine radikale Aenderung in seinen Wirtschaftsmethoden. Hope-Simpson hätte deshalb die Bewässerungsmöglichkeiten, die Palästina bietet, und die bisher noch inicht ausgenutzt sind, ebenso als einen Produktionsfaktor beharideln müssen wie den Boden selbst. Statt dessen behandelt er Palästina so, als ob es durchweg nur für den Getreidebau ohne Bewässerung zu benutzen ist. Hätte er in Betracht gezogen, daß auf bewässertem Boden das viable lot beträchtlich herabgesetzt werden kann, so wäre er für ganz Palästina nicht zu 130 Dimam als Minimum des viable lot gelangt, sondern zu einer weit geringeren Fläche. 19. Das viable lot ist keine unveränderliche oder für alle Zeit zu bestimmende Größe. Es hängt von dem Standard of life ab, der in einem bestimmten Lande für eine bestimmte Bevölkerungsschicht üblich ist. Die Johnson- Crosbie-Kommission hat berechnet, wie hoch die Kosten der Lebenshaltung eines Fellachen nach dem jetzt bei der bäuerlichen Bevölkerung Palästinas üblichen Standard of life sind und ist zu dem Schluß gekommen, daß unter Zugrundelegung dieses Standard of life der Fellache 75 Dunam nötig hat, um mit seinen jetzigen Methoden und dem Bestände an Fruchtbäumen die Kosten seiner Lebenshaltung zu decken. Freilich ist in Palästina, wie in jedem anderen Lande des Orients der standalrd of life kein hoher. Es wäre selbstverständlich gut, wenn es gelänge, in Palästina, wie im ganzen Orient den Standard of life zu erhöhen. Aber das ist nur möglich, wenn die Produktivität der Landwirtschaft durch Investierung von Kapital und durch moderne technische Methoden erhöht wird. Nicht in der Vergrößerung der Fläche für primitiven Getreidebau liegt das Heil des Fellachen, sondern da(rin, daß er aus dem Boden, den er hat, durch Baumpflanzungen und bessere landwirtschaftliche Methoden höhere Erträge erzielt. 20. In dem Johnson-Crosbie-Bericht (p. 22) ist gesagt: „The small holder or tenant who has not the necessary minimum holding must Supplement his income either by hiring himself out as labourer inside or outside the village or by engaging in transport work, in charcoal or limekiln burning or some such oecupation." Diese Bemerkung wird von Hope Simpson zustimmend zitiert. Sie könnte den Eindruck erwecken, als ob Außenarbeit für den Landwirt etwas Außergewöhnliches ist und immer auf Mangel an Boden zurückzuführen ist. Demgegenüber sei festgestellt, daß auch die jüdischen Landwirte in Palästina einen Teil ihrer Einnahmen aus solcher outside labour und insbesondere aus1

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