Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 106 (sequence 11)
- Language
- German
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hinaus, während mindestens 70 Prozent das Eigentum der cultivators sind. In den von der Johnson-Crobsie-Commission untersuchten 104 Dörfern waren (p. 20 des Johnson-Crosbie-Reportes) von insgesamt 1,247.581 Dunam 29.7 Prozent gepachteter Boden, aber wir haben bereits oben darauf hingewiesen, daß diese 104 Dörfer 126.522 Dunam von anfderen Dörfern gepachtet hatten und deshalb nicht als typisch für 'den Durchschnitt Palästinas betrachtet werden können. Es dürfte der Wahrheit näherkommen, den Pachtboden in Palästina auf 20 bis 25 Prozent der gesamten bebauten Fläche zu schätzen. Die Behauptung von Hope-Simpson, daß für 'einen Landwirt 130 Dunam erforderlich sind, wird von dem Johnson-Crosbie-Report also nur in bezug auf höchstens ein Viertel der palästinensischen ' Landwirte gestützt. 17. Hope-Simpson macht in seinem Bericht keinen Unterschied zwischen dem viable lot der Fellachen, die jetzt in Palästina vorhanden sind und zwischen der Fläche, die einem neu anzusiedelnden Fellachen zu seinem Lebensunterhalt zugeteilt werden muß. Es besteht aber zwischen diesen beiden Kategorien ein großer Unterschied. Nach dem Johnson-Crosbie- Bericht (p. 14) war der Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produkte bei den 16.633 Landwirten in den untersuchten 104 Dörfern 799.232 Pfund. Davon entfielen auf den* Ertrag von Oliven und anderen Fruchtbäumen 219.912 Pfund. Da das durchschnittliche hol ding eines Landwirtes in den untersuchten 104 Dörfern 75 Dunam beträgt, wovon 7 Dunam mit Oliven und anderen Fruchtbäumen bestellt sind, so ergibt sich, daß der Ertrag von einem mit Bäumen bepflanzten Dunam etwa 1,90 Pfund, von einem nicht mit Bäumen bepflanzten Dunam dagegen nur 0,51 Pfund beträgt. In runden Ziffern läßt sich sagen, daß ein mit Bäumen bepflanzter Dunam 'fast viermal soviel Einkünfte liefert als ein nicht bepflanzter Dunam. Die in Palästina vorhandenen Pflanzungen von Oliven- und anderen Fruchtbäumen (in 1 den untersuchten 104 Dörfern befanden sich 1,479.476 solcher Bäume) bilden also ein wertvolles Asset der in Palästina ansässigen Fellachen. Da es bei Oliven etwa zehn Jahre und bei anderen Fruchtbäumen mindestens fünf bis sechs Jahre dauert, bis säe Erträge geben, so ist es klar, daß die bereits angesiedelten Fellachen einen großen Vorteil vor neuen Ansiedlern voraus haben. Würde Hope-Simpson das viable lot nur mit Rücksicht auf zukünftige Siedler bestimmen, so wäre er berechtigt gewesen zu sagen, daß diese Siedler für eine Reihe von Jahren keine Einkünfte von Baumpflanzungen haben werden, sondern nur vom Getreidebau leben müssen und daß sie deshalb mehr Boden brauchen als die jetzigen Siedler. Wenn er dagegen das viable lot für die jetzigen Fellachen in Palästina berechnet, so muß natürlich in Rechnung gezogen werden, daß ein beträchtlicher Teil ihres Bodens mit Bäumen bepflanzt ist, und daß sie deshalb zu ihrem Lebensunterhalt weniger Boden brauchen als Neusiedler. Hätte Hope-Simpson einen Unterschied gemacht zwischen den Bedürfnissen (dem viable lot) eines neuen und eines alten Ansiedlers, so würde er zu einer anderen Folgerung gekommen sein als zu derjenigen, zu welcher er gelangt ist, indem er niur die Einnahmen aus dem Getreidebau berücksichtigt, nämlich, „daß auf unbewässertem Boden das viable lot nicht weniger als 130 Dunam sein kainh" (p. 64). Es sei hier bemerkt, das Wilkanskys Schätzung der Einkünfte und der Ausgaben von einer Fellachenwirtschaft, auf die sich H. S. bezieht (p. 66), für eine Fellachenwirtschaft gemacht ist, in welcher es keine Bäume und infolgedessen auch keine Einkünfte von Bäumen