Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bemerkungen zum Bericht von Sir John Hope Simpson
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 102 (sequence 7)
- Language
- German
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gesamt 1,247.581 Dunam bearbeiten, d. h. pro Familie 75 Dunam. Es ist aber unrichtig, diese Zahl als die durchschnittliche Fläche eines holding für ganz Palästina anzusehen. Die 104 Dörfer haben, wie aus table XXIII in dem Johnson-Crosbie-Bericht hervorgeht, von anderen Dörfern 126.522 Dunam, d. h. mehr als 10 Prozent der gesamten von ihnen bearbeiteten Fläche, gepachtet. Das beweist, daß in diesen Dörfern Mangel an Boden herrscht, während die anderen Dörfer, von denen der Boden gepachtet ist, naturgemäß Ueberfluß an Boden haben müssen. Es ist deshalb anzunehmen, daß der Durchschnitt eines holding in ganz Palästina nicht widergespiegelt wird in der Durchschnittshöhe eines holding in den untersuchten 104 Dörfern. 11. Hope-Simpson läßt Transjordanien gänzlich außer Betracht. Allerdings ist nicht er daran schuld, sondern die Termis of reference, die ihm von dem Colonial Office gegeben wurden, und in welchem Transjordanien ausgelassen wurde. Aber diese Auslassung ist ungerechtfertigt. Nach unserer Ansicht bilden Palästina und Transjordanien eine wirtschaftliche Einheit. Beide unterliegen den Bestimmungen des Palästina-Mandats. Wenn 'die Bestimmungen des Mandats, die sich auf das Jewish National Home beziehen, für Transjordanien außer Kraft gesetzt worden sind, so besagt dies doch nicht, daß Trans jordanien gänzlich außer Betracht bleiben muß, wenn es sich um einen Plan handelt, in dem Mandatsgebiete für neue landwirtschaftliche Siedler Raum zu schaffen. Hope-Simpson (p. 144) schlägt vor, die Araber, die angeblich im Gebirge nicht genügend Boden haben, in die Küstenzone zu verpflanzen und ihnen hier Boden zu geben. Dieser Vorschlag hat vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte alles gegen sich und nichts für sich. Die Küstenzone ist infolge ihres Klimas, infolge der Beschaffenheit ihres Bodens und infolge der leichten Bewässerungsfähigkeit die natürliche Zone für bewässerte Baumpflanzungen, insbesondere für Orangen. Ein Plan zur Intensivierung der Landwirtschaft Palästinas, der diesem Tatbestande nicht Rechnung trägt, sondern die primitive arabische Landwirtschaft des Berglandes in die Küstenzone verpflanzen will, ist die schwerste Inkonsequenz, die man sich denken kann. Will man die Landwirtschaft Palästinas intensivieren, so muß die Küstenzone für Siedler reserviert bleiben, die mit Hilfe bedeutender Kapitalien "und moderner landwirtschaftlicher Kenntnisse imstande sind, die Küstenfebene in einen Fruchtgarten zu verwandeln. Die Fellachen des Berglandes können infolge des Mangels an Kapital und infolge ihrer Unbekanntheit mit 'Bewässerung und mit modernen landwirtschaftlichen Methoden für eine solche Entwicklung für absehbare Zeit nicht in Betracht kommen. Sie würden, wenn man ihnen in der Küstenzone Land gibt, mindestens für eine Generation diesen Boden gegen alle moderne Entwicklung blockieren. Dagegen würden dieselben Fellachen, wenn man sie von dem Berglande Palästinas auf das Plateau Transjordaniens verpflanzt, dort in bezug auf Klima und Boden dieselben Bedingungen vorfinden, unter denen sie bisher gearbeitet haben. Die Uebersiedlung würde sie vor keinerlei neue landwirtschaftliche Probleme? stellen. Sie könnten ihre Wirtschaft genau in derselben Weise betreiben wie bisher. Sie würden dazu keine großen Kapitalien nötig haben, und sie würden für Trans jordanien, das mit seinen großen unbearbeiteten Flächen und seiner spärlichen Bevölkerung dringend neue Ansiedler braucht, eine Wohltat sein. Wenn Hope-Simpson also in dem Bergland Palästinas mehr Luft schaffen will, so spricht vom wirtschaftlichen Gesichtspunkte alles dafür, die Auswanderung