Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 93 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379895-2392982--11821-2393166- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Küstenbezirk ist nur von Juden erschlossen worden, sie haben durch intensive Bewirtschaftung, die die arabischen Landbewohner seit Jahrhunderten eben nicht verstanden, den Boden entwickelt und generationenlang brachliegende Bezirke in blühende Orangengärten verwandelt. 2. Die am dichtesten bevölkerten Bezirke sind die in der Umgegend von Jerusalem: dort kamen im Jahre 1922 81 Köpfe auf den Quadratkilometer; im Bezirk Ramallah 76 Köpfe. Im Bezirk Bethlehem kamen nach Abzug der Wüstenstrecken (siehe Anmerkung zur obigen Tabelle) 100 Seelen auf den Quadratkilometer (die Flächen der Stadt selbst und ihre Bewohner sind in dieser Rechnung nicht eingeschlossen). Zieht man die genannten drei Bezirke zu einer Einheit zusammen, so kommt man auf eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 75 Köpfen auf den Quadratkilometer, was bedeuten würde, daß diese Bezirke etwa dreimal so dicht besiedelt waren als der Ebenen-Bezirk von Tulkerem, der so vorzüglich für Zitruspflanzungen geeignet ist, oder die fruchtbare Haifa-Gegend, oder der Bezirk Beth-Sch'an, wo Bewässerungsmöglichkeiten bestehen, die in Palästina sonst selten sind. 3. Die Ebene des Bezirkes Nazareth, der ungefähr identisch ist mit dem Emek Jesreel, dessen Uebergang in jüdischen Besitz Ausgangspunkt zu so vielen falschen Folgerungen bei unseren Gegnern war, wies im Jahre 1922 eine Bevölkerungsdichte von 12 Kopf auf den Quadratkilometer auf, das heißt also etwa den sechsten Teil der Bevölkerungsdichte in den Bergbezirken Jerusalem, Ramallah, Bethlehem. Der Emek war damals nur etwa doppelt so stark bevölkert als die Gegend Beer Sch'wah, die doch fast ganz Wüste ist. Die obigen Zahlen, sowie die in der folgenden Tabelle Nr. 2 geben genügendes Material gegenüber der Auffassung der arabischen „Sachverständigen", die Juden hätten von den Arabern durch Uebernahme des Emek Jesreel die fruchtbarsten Bezirke bekommen. Unsere Zahlen beweisen klar, wie gering diese Bezirke zu arabischer Zeit besiedelt waren und wie schwer sie ihre Bevölkerung ernährten. Tatsache ist vielmehr, daß dieser Emek- Boden zu arabischer Zeit so schlecht ausgewertet wurde, daß wir Anstrengungen und Mühe von vielen Jahren brauchten, um seine natürliche Fruchtbarkeit wieder zu gewinnen. Die ungünstige Bearbeitung des Bodens hatte ihren Grund hauptsächlich darin, daß die Fellachen gar nicht daran interessiert waren, dort besonderen Fleiß und Ausdauer zu entwickeln, denn ihre wirtschaftliche Exi-