Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 92 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus der obigen Tabelle über die Bevölkerungsdichte kann man folgende Schlüsse ziehen: 1. Die Bergbezirke sind erheblich dichter besiedelt als die Ebenen. Das trifft sowohl für das Land im Ganzen, wie für jeden einzelnen Bezirk, auf dem Berg- und Talboden ist, im einzelnen zu. Diese Tatsache bestätigt die Eindrücke aller derer, die das Land aus der Türkenzeit kennen. Schon damals sah man in den Bergbezirken starke Dörfer mit Steinhäusern, die eine relativ gefestigte Situation der Bergbewohner anzeigten, während die Dörfer in den Ebenen arm und schwach waren; an Stelle von Häusern gab es dort meistens Ruinen oder elende Lehmhütten. Der Küstenstrich, der so hervorragend zur Pflanzung von hochwertigen Zitrus-Produkten, Gemüsen usw. geeignet ist, lag damals fast ganz wüst und der Teil, der damals schlecht mit Lupinen, Weizen usw., bebaut war, ernährte den Bauer nur äußerst kümmerlich. 'Noch heute kann man diese traurige Tatsache an einem Bezirk von zirka 30.000 Dun am Wakufboden am Jarkon sehen, der unter tder Verwaltung des Obersten Moslemitischen Rates steht und den denkbar krassesten Gegensatz gegenüber den blühenden jüdischen Pflanzungsbezirken in der nächsten Umgebung bildet. Den Unterschied in der Bevölkerungsdichte zwischen Berg- und Talbewohnern kann man mit den verschiedensten Momenten erklären. Die Bergbewohner waren vor räuberischen Ueberfällen, die seitens beduinischer Stämme an der Tagesordnung waren, besser geschützt; die Berge versperrten den Angreifern den Weg. Auch vom gesundheitlichen Standpunkt aus ziehen die Araber die Bergbezirke den Ebenen vor, denn die Bergluft ist gesund, während die Ebene mit ihren Sümpfen durch Malaria die Einwohner dezimierte. Auch die Qualität des Bodens war auf den Bergen für den Fellachen besser als in der Ebene, denn trotz felsiger Bezirke gibt es im Gebirge fruchtbare Flächen genug, die der Araber mit seinem Esel und mit seinen primitiven Geräten bearbeiten kann; die Berge sind ihm kein Hindernis, während er in den Ebenen nur magere Erde und Sandboden fand, der, wenigstens mit seinen primitiven Mitteln, nicht gewinnbringend zu bearbeiten war. Möge die Dichte der Siedlung diese oder jene Gründe haben, Tatsache ist jedenfalls, daß die Berggegenden ihre Bewohner besser als die Bezirke der Ebene ernährten. Und wenn nach all diesem noch arabische „Sachverständige" kamen und nachweisen wollten, die Juden hätten den Küstenbezirk besetzt, „von dessen Bearbeitung das Schicksal der Araber abhängig sei", so ist dies nichts als eine glatte Erfindung aus der letzten Zeit,