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Palästina · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. Seite 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Article
Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
Date
1931-03-01
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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schaftlichen Abteilung der Regierung und das Beispiel der jüdischen Siedlungen — alle diese Faktoren verbessern die Position des Fellachen. Trotzdem reichen sie nicht aus, den Fellachen ganz in seinem Kampf gegen die wirtschaftlichen Krisenerscheinungen in der ganzen Welt zu helfen, nämlich gegen das Sinken des Wertes für landwirtschaftliche Produkte bis zu einem Punkte, wo sie mit den Produkten in den großen Weltzentren landwirtschaftlicher Erzeugung, wie Canada, Argentinien, Brasilien, Australien nicht mehr konkurrieren könnten. Im Jahre 1914 erhielt der Fellach für 100 Kilo Weizen etwa 70 Piaster (zirka 14 Mark), während er im letzten Jahre dafür nur 60 Piaster erzielen konnte. Die Preise anderer landwirtschaftlicher Produkte, wie Gerste, Bohnen, Sesam, Oliven, Oel usw., entsprechen ungefähr den Preisen von 1914, dagegen sind aber die Produktionskosten stark gestiegen, ebenso wie auch der Lebensstandard des Fellachen sich, in den letzten Jahren entsprechend der Entwicklung in Palästina und den Nachbarländern gehoben hat. Im besonderen aber hat der Fellache unter den Wucherzinsen zu leiden. Es gibt heute, wie in türkischen Zeiten, noch genug Wege, das Gesetz, das einen Höchstzins von 9 Prozent vorschreibt, zu umgehen. Das weitverbreitetste System ist, daß der Fellach von dem Besitzer des Bodens oder irgendeinem Effendi eine Anleihe zur Aussaat bekommt; diese Anleihe ist zwar auf Geldwert berechnet, wird aber in Naturalien gegeben und zurückgezahlt. Der Preis der Saaten wird zu einem Zeitpunkte des Höchststandes festgesetzt, die Rückzahlung findet aber zur Zeit des Tiefstandes statt, so daß der Fellache dadurch großen Schaden erleidet, daß er eine erheblich größere Summe zur Einlösung des Darlehens braucht, als er zur Zeit der Saat bekommen hat. Hinzu kommt, daß ihm die Zinsen für das ganze Jahr berechnet werden, während er seine Schuld tatsächlich nach sechs bis sieben Monaten abdecken muß (er bekommt die Anleihe im Dezember und muß sie im Juli-August zurückerstatten). Das Gesetz wird auch dadurch umgangen, daß der Geldnehmer irgendwelche wertlose Sachen, die er vom Geldgeber bekommt, übernehmen muß, damit der Wucher durch einen solchen „Verkauf" plausibel gemacht werden kann. Die Regierung versucht, dem Fellachen in seinem schweren wirtschaftlichen Existenzkampf durch Mittel zu helfen, die zur Zeit zwar möglich sind — wie Herabsetzung der Steuern — aber keinesfalls ausreichen, die Situation des Fellachen wirklich entscheidend zu verbessern. Die Regierung scheint zu glauben,

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