Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 90 (sequence 10)
- Language
- German
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die Zukunft des arabischen Kleinbauern durch Angriffe auf die jüdische Siedlung sichern zu können, als ob diese für die Situation verantwortlich wäre. Wenn es nicht politische Motive sind, die die Regierung zu dieser Haltung bringt und für die sie schließlich keine Beweise zu geben braucht — mit wirtschaftlichen Motiven kann sie ihr Vorgehen unter keinen Umständen rechtfertigen. Niemand kann beweisen, daß die jüdischen Siedlungen, wie sie sich bis heute entwickelt haben, nicht den wirtschaftlichen Geist aller Landwirtschafttreibenden im Lande gestärkt hätten. Und wenn die Regierung sich jetzt bemüht, durch Schutzzölle für landwirtschaftliche Produkte zu helfen, so haben diese Maßnahmen doch nur dann einen Wert, wenn ein entsprechender inländischer Markt für die Produkte existiert. Kein Araber kann leugnen, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas der wichtigste Abnehmer für landwirtschaftliche Produkte ist und wenn die Regierung beabsichtigt, die Zahl dieser Verbraucher durch Beschränkung der Alijah einzudämmen und der jüdischen Bevölkerung keine Entwicklungsmöglichkeiten gibt, dann werden alle ihre Schutzzölle nur eine negative Bedeutung haben, auch für den Fellachen, zu dessen Gunsten sie offensichtlich beabsichtigt sind. Die Regierung hat die Pflicht und die Aufgabe, die Existenz der landwirtschaftlichen Bevölkerung von Grund auf zu verbessern. Dazu muß sie die arabische Landbevölkerung dahin bringen, an Stelle der Erzeugung von Produkten, wie Weizen, Gerste, Durra usw., die die Kosten knapp decken, eine Produktion zu schaffen, die den natürlichen Bedingungen des Landes besser angepaßt ist und für die man auf dem Weltmarkt Preise erzielen kann, die jedem fleißigen Produzenten den Lebensstandard eines Kulturmenschen garantieren. Angesichts der Behauptung, die Juden hätten die x4raber aus ihren Siedlungen verdrängt, sei auch kurz die Siedlungsdichte im Lande untersucht. Die untenstehende Tabelle Nr. 1 zeigt die Zahl der Dörfer auf den Bergen und in der Ebene für jeden palästinensischen Bezirk an, ferner die Flächenmaße der einzelnen Bezirke, ihre Bevölkerungszahl nach der Regierungszählung vom Jahre 1922, die Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer und wieviel Dunam auf den Kopf der Bevölkerung kommen. Da es eine Anzahl Dörfer mit Berg- und Talboden gibt, ist es in diesen Fällen schwer, eine genaue Grenze zwischen Berg- und Talflächen zu ziehen. Aber diese Fälle sind sehr vereinzelt und ändern das allgemeine Bild kaum: