Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 87 (sequence 7)
- Language
- German
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dieser Weise vorgegangen wäre. Ebensowenig verlangten die Juden eine Aenderung des Päehtergesetzes vom Jahre 1929, das einen ständigen Schutz der Pächter erneut festlegte. Nun erschienen vor der Shaw-Kommission arabische Zeugen, die aussagten, die Fellachen seien durch die jüdische Siedlung in großer Zahl gezwungen worden, nach Amerika und anderen Ländern auszuwandern. Das Fehlen jeder Grundlage dieser Behauptungen ist schon daraus ersichtlich, daß bei allen Zusammenkünften der Araber mit Simpson diese Aussagen durch nichts belegt werden konnten. Es ist ganz unverständlich, daß die Shaw-Kommission damals diese Zeugenaussagen überhaupt beachtete, wo es doch ein Leichtes gewesen wäre, die Angaben durch die Auswanderungsressorts und durch andere Regierungsstellen, wie auch durch die Konsulate, bei denen genaue Listen über jede Einwanderungsbewegung geführt werden, nachzuprüfen. Tatsache ist, daß der Umfang der Auswanderung aus Palästina mit der arabischen Emigration, z. B. aus Syrien und besonders aus dem Libanongebiet gar nicht verglichen werden kann. Die Auswanderung aus Palästina kam aus den Bezirken Bethlehem, Beth-G'allah, Ramallah, auch Nazareth, fand aber in einer Zeit statt, in der in diesen Bezirken überhaupt noch keine jüdischen Siedlungen waren. Fast alle Auswanderer waren Christen, die wirtschaftlich und kulturell auf einer höheren Stufe als der Durchschnitt der Moslemiten stehen. Diese Auswanderer schufen Handelsbeziehungen zwischen den Ländern, nach denen sie auswanderten, und Palästina, und entwickelten in gewissem Umfange einen Markt für die Erzeugnisse palästinensischer Heimindustrien, w7ie Spitzen, religiöse Gegenstände und Andenken, wodurch sie ihre in Palästina zurückgebliebenen Familien unterstützten. Viele von diesen Auswanderern sind wieder nach Palästina als vermögende Leute zurückgekommen und investierten ihr im Auslande erworbenes Geld in Häuserbauten, Pflanzungen, Hotel-, Transport- und Handelsunternehmungen und ähnlichen Wirtschaftszweigen. Hätte die Regierung das Problem gründlich geprüft, so hätte sie sich überzeugen müssen, daß der bei weitem überwiegende Teil der Fellachen, die in den später von Juden besiedelten Bezirken wohnten, in der landwirtschaftlichen Arbeit verblieben ist. Der Prozentsatz derer, die aus der Dorfarbeit zu anderen Arbeitszweigen übergegangen ist, ist geringer, als der durchschnittliche Prozentsatz der Menschen, die überhaupt vom Dorf nach der Stadt