Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Article
- Bodenkauf, Pächterschutz und Siedlungsdichte in Palästina
- Date
- 1931-03-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
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ihre Arbeit in einer Atmosphäre wildester Spekulation fortzusetzen und zwar zur selben Zeit, in der gesetzliche Vorschriften zum Schutz der Pächter bestanden. Dadurch wurden den Gesellschaften große Lasten auferlegt und ihre Arbeiten, die ohnehin in Palästina äußerst kompliziert sind, ganz außerordentlich erschwert. Im Beginn der britischen Verwaltung im Lande hatten wir außerdem eine Epoche ungewöhnlicher Verteuerung des Lebensstandards, die Kaufkraft des Geldes war auf die Hälfte bis ein Drittel gegenüber der Vorkriegszeit gesunken. Damals waren die jüdisch-nationalen Hoffnungen aufs Höchste gestiegen und natürlich wußten die arabischen Bodenbesitzer, daß sie im Besitz einer Monopolware waren, auf die die Juden nicht verzichten konnten. Deshalb forderten sie für ihre Böden doppelte bis dreifache Preise gegenüber dem Vorkriegsniveau. Aber auch nachher, als die jüdischen Bodentransaktionen nicht mehr so intensiv waren und in der ganzen Welt die Tendenz zur Herabdrückung der Preise für lebensnotwendige Dinge herrschte, war es unmöglich, in Palästina die Bodenpreise herunter zu drücken. Besonders in dieser Epoche fühlten sowohl jüdische private Bodenkäufer, wie auch die Boden kaufenden öffentlichen Gesellschaften sehr stark die Last der Verpflichtung, eine Verständigung mit den Pächtern von Fall zu Fall zu treffen. Dadurch wurden die Bodenpreise vielfach um wenigstens 20 Prozent erhöht. Zur Zeit des ersten wichtigen großen Kaufes durch die ,,Palestine Land Development Co. Ltd." (zirka 60.000 Dunam im Bezirk Nuris und Nahalal), der hauptsächlich für den ,,Keren Kajemeth" durchgeführt wurde, verpachtete die Palestine Land Development Co. Ltd., nach Anweisung der Land-Kommission, den auf den Böden sitzenden Pächtern einen Teil der gekauften Böden auf sechs Jahre und gab ihnen das Vorkaufsrecht auf diese Böden während der Zeit der Pacht. Anfangs wurde der Pachtzins auf 6 Prozent des Kauf wertes festgesetzt, später wurde diese Summe in Uebergabe eines Fünftels vom Bodenertrag auf Bitten der Pächter, die von der Land-Kommission unterstützt wurden, festgesetzt. Die Pächter von Nuria zeigten von Anfang an kein Interesse an der Pachtung der Böden und verließen sie schnell gegen entsprechende Barentschädigung. Die Pächter von Maalul hingegen blieben im Pachtverhältnis, hörten jedoch nach den ersten zwei Jahren mit der Pachtzahlung auf, ohne jedoch den Boden nach Ablauf der Pachtzeit, wie es in den Verträgen festgelegt war, zu verlassen!