Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 11)
- Language
- German
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Kindern, wovon erst zwei im schulpflichtigen Alter, in allerbester Ordnung hält. Der Mann, der in seinem Beruf eine zehnstündige Arbeitszeit hat, kann zum Wirtschaftsbetrieb kaum etwas beitragen, so daß die ganze Wirtschaft allein auf den Schultern dieser tapferen Frau liegt. Da,s ist einer der Fälle, wo aus der Wirtschaft ein Einkommen von fast der gleichen Höhe wie der Arbeitslohn des — gut bezahlten — Mannes erzielt wird. Sehr zu begrüßen wäre, wenn den flauen eine regelmäßige landwirtschaftliche Instruktion zuteil würde. Hier sollten die Frauen Organisationen eingreifen, die zwei Institute in der Siedlung haben und trotzdem an ihr fast unbeteiligt vorbeigehen. Sehchunath Borochov und Tel-Aviv. Wir sehen drei Hauptgründe für den Erfolg des Experimentes von Sehchunath Borochov: die persönliche Qualität 'der Siedler (die sie aber mit vielen anderen, weniger erfolgreichen Siedlungen Siedlungen teilt), der Charakter von Sehchunath Borochov als einer vor städtischen Siedlung und die Selbstfinanzierung der Siedler. Die beiden letzteren Eigenschaften unterscheiden Sehchunath Borochov grundsätzlich von den anderen Siedlungsunternehmungen der zionistischen Siedlung, ihnen leommt daher besondere Bedeutung zu. 73 Prozent der Siedler von Sehchunath Borochov finden ihren Erwerb außerhalb der Siedlung, davon 52 Prozent in Tel-Aviv. Und von dem Rest van 27 Prozent, dessen Arbeitsstätte Sehchunath Borochov selbst ist, ist ein nicht unbeträchtlicher Teil, zum mindesten die Händler, mehr oder weniger von der Stadt abhängig. Nur 4 Prozent der untersuchten Fälle sind selbständige Landwirte und ernähren sich ausschließlich von der Landwirtschaft. Auch die Lage von Sehchunath Borochov in der Orangenzone spielt eine Rolle, die den zehn Prozent landwirtschaftlich tätigen Siedlern ein gutes und ziemlich kontinuierliches Einkommen sichert. Höchstens 20 Prozent der Siedler sind in ihrer Existenz auf die Siedlung selbst angewiesen. Die Kombination von städtischer Arbeit mit landwirtschaftlicher Seßhaftigkeit ist entscheidend für das Gelingen des Versuchs. Sie ermöglicht die Aufrechterhaltung eines höheren Standards als den des Durchschnitts der Arbeiter und Angestellten im Lande. Der Siedler von Schunath Boronov genießt die Vorteile des verhältnismäßig hohen städtischen Arbeitslohnes und die der besseren Wohnwirtschaft der Siedlung. Er Jiat den Nutzen einer kleinen, nebenbei zu betreibenden Hilf s wir tschaft und ist befreit von den schweren Existenzkämpfen und Sorgen, mit denen der Bauer zu rechnen hat. Seine Hilf s wir tschaft verleiht ihm gegenüber den in der Stadt wohneden Arbeiter oder Angestellten eine Art Versicherung gegen die Schwankungen des Arbeitsmarktes und macht ihn unabhängiger von der Konjunktur und dem Unternehmer. In dem Vermögen, das er sich mittels seiner kleinen Wirtschaft und dank der Ersparnis von Miete allmählich erwirbt, erlangt er gleichzeitig eine Basis des wirtschaftlichen Aufstiegs, die den städtischen Arbeiter sonst meistens mangelt. Selbstfinanzierung. Die dritte Ursache des Erfolgs von Sehchunath Borochov sehen wir in der Finanzierung der Wirtschaften durch die Siedler selbst unter fast völligem Ausschluß der Hilfe durch die öffentliche Hand. Diese hat sich in Sehchunath Borochov auf das dringend notwendige Maß beschränkt — Bodenerwerb, Wasserversorgung, Wegebau — und hat hierbei eher zu wenig als zuviel geleistet, wenn wir an die erzwungene Beteiligung der Siedler an den