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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
Date
1931-01-01
Page
Seite 42 (sequence 10)
Language
German
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mit deren Amortisierung nach den Hypothekenbedingungen schon begonnen wurde. Auch die Anleihen für Wegbau und Wasserversorgung der verschiedenen Institutionen werden pünktlich abgezahlt, so daß nach zirka 15 Jahren alle diese Anleihen zurückgezahlt sein werden. Dann aber hat die Siedlung nur noch den Boden — teilweise — aus öffentlichen Mitteln erhalten und dann entfallen auf den Siedler nur mehr 33 Pfunjd als Zuschußleistung aus öffentlichen Fonds. Mit einem Kapitalaufwand von 84 Pfund, wovon nur 33 Pfund als ewige Investitionen bleiben werden, der Rest aber zurückgezahlt wird, wurden 640 Dunam hochwertigen Bodens erworben und auf ihn eine Siedlung gegründet, auf der heute schon 500 Menschen unter recht auskömmlichen Verhältnissen leben und in absehbarer Zeit 297 Familien, das heißt1 über 800 Menschen eine gute Existenzgrundlage bieten wird. Das Reinvermögen aller Siedler, nach Abzug aller Schulden, beträgt jetzt schon rund 20.000 Pfund, im Durchschnitt 33 161 Pfund. Das heißt, hier ist in kurzer Zeit ein verhältnismäßig beträchtlicher Wohlstand unter Inanspruchnahme eines für palästinensische Verhältnisse geradezu verschwindenden Maßes von öffentlichen Geldern geschaffen worden. Die Frauen von Schchunath Borochov. Die Siedler von Schchunath Borochov machen durchwegs einen ausgezeichneten Eindruck. Wir sehen fast nur hart arbeitende, nüchterne, ihres Zieles bewußte Männer, die, fußend auf ihrer ungebrochenen idealistischen Einstellung alles daran setzen, zu einer vor den Zufällen des Lebens möglichst gesicherten unjd den weiteren Aufstieg ermöglichenden Existenz zu erlangen. Trotzdem ist der Hauptanteil an den perpersönlichen Voraussetzungen für das Gelingjen der Unternehmung den Frauen von Schchunath Borochov zuzusprechen. Das ist an sich natürlich. ,Der überwiegend in der Stadt oder außerhalb der Siedlung arbeitende Mann kommt in den meisten Fällen für die Führung der Wirtschaft nur wenig in Frage und kann ihr bestenfalls seine beschränkte Freizeit widmen. Das heißt, das Gedeihen der Wirtschaft hängt von den Frauen ab. Sie sind in Schchunath Borochov ihrer Aufgabe in einer vorbildlichen Weise gerecht geworden. Sie betreuen die Kinder und den Haushalt, sie arbeiten im Garten und im Stall, sie verkaufen das Gemüse und die Milch, und sind fast immer der Finanzminister der Wirtschaft. Nur in seltenen Fällen hat die Frau eine landwirtschaftliche Berufsausbildung mitgebracht, in den meisten Fällen stammt sie aus einer ganz bürgerlichen Umgebung und ist bestrebt, in bürgerliche Verhältnisse zurückzugelangen!. Das verlangt unter den bescheidenen Bedingungen von Schchunath Borochov ganz ungewöhnliche Arbeitsleistungen. Wir sahen eine Wirtschaft, wo die Frau im Laufe von nicht einem halben Jahre und kaum unterstützt von ihrem in Tel-Aviv arbeitenden Manne die .ganze Bodenfläche, fast 2.5 Dunam, mit Gemüse bepflanzt hatte und sorgfältigst im Stand hielt. Sie allein bearbeitete den Boden, bewässerte den Garten und führte außerdem» den Haushalt, in dem noch ihr kleines Kind zu betreuen war. Man weiß, was es für eine einzige Kraft heißt, über zwei Dunam gartenmäßig mit Gemüse zu bearbeiten. Allerdings war in diesem Falle die Fjr.au landwirtschaftlich gut vorgebildet. Aber auch die ungewohnten Frauen sin;d sehr darauf aus, aus ihren harten Erfahrungen zu lernen und gute La/ndwirtinnen zu werden. Man sieht ganz staunenswerte Fälle, zum Beispiel, eine Frau, die ganz allein einen Kuhstall von drei Kühen ,eine Geflügelzucht vom über hundert Stück, einen Pardeß von knapp zwei Dunam und außerdem noch einen Haushalt mit drei

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