Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 9)
- Language
- German
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Hilfswirtschaft für die Verbesserung der eigenen Lebenshaltung der eigentr liehe Wert der Kleinwirtschaft und wird als solcher auch allseitig anerkannt und meistens auch benutzt. Davon zeugt unter anderem das gute Aussehen der Kinder der Siedlung wie überhaupt das Niveau der Ernährung, das bei den Siedlern durchwegs höher liegt — von Ausnahmen abgesehen — als in den landwirtschaftlichen Siedlungen der Zionistischen Organisation oder auch der Mehrzahl der entsprechenden städtischen Haushalte. Finanzierung der Wirtschaften. Es ergibt sich aus allem der Eindruck eines gelungenen Experimentes und es bliebe zu untersuchen, worauf der hier erzielte Erfolg beruht. Vorher schien es wichtig, festzustellen, welchen Anteil die Finanzinstitute der Zionistischen Organisation daran haben, oder mit anderen Worten, wie teuer in Schchunath Borochov angesiedelte Familie die Zionistische Organisation kommt. Zunächst ist festzuhalten, daß der einzelne Siedler, mit einziger Ausnahme jener 22, für die Häuser gebaut wurden, überhaupt keinerlei materiellen Beistand von der Zionistischen Organisation benötigte. Es gab nie ein „Taxiw" für die Siedler von Schchunath Borochow. Die Gelder, die sie für den Aufbau ihrer Wirtschaften brauchten, erhielten sie fast ausnahmslos in der Form von Darlehen von den Kleinbanken. Tatsächlich bestehen nicht weniger als 80 Prozent der Schulden der Siedler in solchen Anleihen, deren durchschnittliche Höhe selten mehr als 15 bis 20 Pfuiid beträgt. Die effektive Verzinsung dieser Anleihen beträgt zwischen 9 und 11 Prozent» je nach Art des ausleihenden Institutes. Fast nur solchen Anleihen ist die erste Einrichtung der Wirtschaft, der Bau der Baracke, des Hauses, des Stalles zu verdanken, mit ihrer Hilfe werden die Kühe gakauft, wird Geflügelzucht angelegt, werden die Setzlinge für den Orangengarten und Beregner für die Gemüsegärten erworben! usw. Die Anleihebedingungen (meistens monatliche Rückzahlungen innerhalb eines Jahres) werden in der Regel von den Schuldnern genau eingehalten, schon weil sie nur so weiteren Kredit erhalten können. Oeffentliche Gelder für Schchunath Borochov. Die Institute der Zionistischen Organisation und der ihr nahestehenden Unternehmungen sind mit insgesamt 17,657 Pfund an der Gründung von Schchunath Borochov beteiligt. Das ergibt sich aus folgender Aufstellung: Kaufpreis des Bodens durch den Keren Kajemeth £ 6.800 Anleihe des Keren Hajessod für Wegebau und Wasserversorgung „ 3.068 Anleihe des Keren Kajemeth für Wasserversorgung „ 2.000 Anleihe der Kchilliath Zion für Wasserversorgung „ 612 Anleihe des Pal. Arbeiterfonds für Wasserversorgung „ 427 Hausanleihen der Hypothekenbank (einschl. Zinsen) „ 4.950 Hausanleihen des Pal. Arbeiterfonds „ 800 £ 18.657 Abzüglich Nachlaß der Zion. Pal. Exekutive für Notstandsarbeiten „ 1000 £ 17.657 Andere öffentliche Mittel hat die Siedlung nicht erhalten. Verteilt auf die 297 Siedler, die Schchunath Borochov zählt, oder nach Vergebung aller Stellen zählen wird, entfallen auf die einfzelne Siedlerstelle, respektive Familie 84 Pfund. Davon sollten füglich die Anleihen für Hausbau abgezogen werden.