Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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lung gekommen sein. Die jüngeren Siedler, die a$s städtische Arbeiter Ersparnisse machen konnten und insbesondere die jetzt zur Ansiedlung gelangenden, dürften in der Mehrzahl der Fälle das von ihnen angegebene Anfangsvermögen — bis zu 50 Pfund — besessen haben, resp. besitzen. Schulden. Mit größerer Genauigkeit konnten die Angaben übeir die Verschuldung geprüft werden. Sie ist für palästinensische Verhältnisse auffallend gering. 32 Prozent aller untersuchten Fälle unid 28 Prozent der bereits ansäßigen Siedler sind schuldenfrei. Die Verschuldung der ansäßigen Siedler (die noch nicht zur Ansiedlung gelangten, die in der Regel noch keine Ausgaben für die Einrichtung ihrer Wirtschaft machen konnten, werden aus diesem Teil der Untersuchung füglich unterlassen), wurde auf durchschnittlich, 44.500 Pfund festgestellt, wozu vielleicht noch 10 Prolzenft als Fehlergrenze zugerechnet werden müssen. Es besteht aber ein großer Unterschied in der Verschuldung zwischen Angestellten und Nichtangesteilten. Wie überall in Erez Israel sind auch in Seh;. B. die Angestellten, die mit dem Aufstieg in bessere Einkommensverhältnisse, allzuleicht der Versuchung unterliegen, ihren Standard übermäßig zu erhöhen, stärker verschuldet. Nehmen wir sie heraus, so beträgt die Verschuldung der Nichtangestellten nur je 24,300 Pfund. Das ist acht bis zehnmal weniger als etwa die Verschuldung des durchschnittlichen Siedlers im Emek. Reinvermögen. Das Vermögen der Siedler wurde sehr vorsichtig geschätzt. Es besteht aus Inmobilien, totem und lebendem Inventar und mehr oder weniger ausgebauten Pflanzungen. Bare Ersparnisse sind kaum jemals vorhanden, was an Bargeld erübrigt wird, wird zur Schul den deck ung verwiendet, d. h. in die Wirtschaft gesteckt. Das Bild, das sich ergibt, ist imponierend. Wir stellten bereits fest, daß 81 massive Häuser in der Kolonie vorhanden sind. Dazu kommen noch in 11 Prozent der untersuchten Fälle noch massive Kuhställe and in ebensoviel Fällen massive Hühnerställe. Nur noch 32 Prozent der beiragten Siedler wohnen in Baracken, die teilweise selhr gut gebaut sind und einen vollkommenen Ersatz für ein billiges Haus darstellen. In 24 Prozent der untersuchten Fälle zählen wir provisorische Kuhställe urid in 28 Prozent provisorische Hühnerställe. Nur drei Siedler haben überhaupt noch keine eigene Wohnstätte und wohnen zur Miete (entgegen den Gesetzen der Sehchunath, die Vermieten untersagt). Nur in 8 Prozent ist überhaupt kein Stall vorhanden. Das tote Inventar ist sparsam, aber ausreichend, künstliche Beregner sieht man sehr zahlreich. Das lebende Inventar ist im Verhältnis zur Jugend der Siedlung recht bedeutend. 24 der befragten Siedler besitzen 49 Kühe, davon einer, der eine ausgedehnte Milchwirtschaft betreibt und von Verwandten sein Betriebskapital erhielt, 12 Pfund. 43 der befragten Siedler besitzen zusammen 3560 Stück Geflügel, meistens Hühner. Das Streben zur Anlage einer Orangenpflanzung ist allgemein. 42 Prozent der befragten Siedler, nämlich 70 Prozent aller Siedler, die länger afls zwei Jaihre seßhaft sind, besitzen eine junge Orangepflanzung. 20 Prozent beschäftigen sich statt dessen oder außerdem noch mit Gemüsekultur. Das hier festgestellte Vermögen der Siedler besitzt einen beträchtlichen Wert. Nach Abzug der Schulden wurde in 88 von den untersuchten 91 Fällen das Vorhandensein von Reinvermögen festgestellt, im Gesamtwerte von 14,368 Pfund. Schließen wir von den untersuchten Fällen auf die Gesamtheit der