Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
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Kosten einer Stelle. Die bei Uebernahme einer Siedlerstelle an die Siedlung zu zahlenden Summen betragen :49,500 resp. 54,276 resp. 56,040 Pfund, je nachdem es sich um eine Stelle von 1'.5, 2.25 oder 2.5 Dunum handelt. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem Anteil des Siedlers (an den Bodenerwerbskosten (11 Pfun'd), an der Wasserversorgung (26 Pifund), an Wegebaukosten (12 Pfund) und an öffentlichen Arbeiten. Zur Zeijt ist etwa die Hälfte des Betrages sofort bei Uebernahme der Stelle zahlbar. Der Rest wird in Wechseln auf 15 bis 20 Jahre gezahlt. Steuern. Der Steuersatz der Siedlung beträgt 8 Prozent vom Einkommen unter Abzug vo)n je 1 P$und für den Siedler und seine Frau und je einem weiteren halben Pfund für jedes weitere vom Siedler abhängige, in der Siedlung wohnhafte Familienglied. Durchschnittlich beträgt demnach der Steuerersatz etwa 5.6 Prozent des Einkommens, wobei in Betracht zu ziehen ist, daß das Arbeitseinkommen fast bis auf den Mil nachkontrolliert werden kann. Dazu kommt die Werkounfd Gebäudesteuer. Die steuerliche Belastung des Siedlers ist daher recht hoch, um so mehr als jedes Mitglied noch keineswegs unbeträchtliche Ausgaben an die Histadruth Haowdim (jedes Mitglied muß der Arbeiterorganisation angehören) und ihre IristitiXte sowie an die nationalen Fonds zu zahlen hat. In den Fällen der besser \bezahlten Beamten erreicht die gesamte steuerliche Belastung auf diese Weise 20 Prozent. Jeder Steuerzahler erhält einen Kubikmeter Wasser täglich frei. Für das darüber hinaus benötigte Wasser zahlt er 5 Mil je iKubikmeter, was dem in der Umgebung gezahlten Höchstpreis für Wasser entspricht. Die Anfangsbelastung in Verbindung mit dem beträchtlichen Steuersatz dürfte einen Hauptgrund für die verhältnismäßig langsame Besiedlung der Schchunath sein. Jetzt noch, rund drei Jahre ,riach Vollendung der Wasseranlage, ist ein Drittel der vorhandenen Stellen noch nicht besiedelt und fast ein Viertel nicht einmal vergeben. Institute der Siedlung. Die Siedlung besitzt einen Kindergarten mit 45 Kindern, eine Volksschule mit 75 Schülern, eine von der Kupath Cholim betriebene Klinik, eine Konsumgenossenschaft mit hübsch eingerichteten und gut geordnetem Laden, „Zorchaniah", die auch den Verkauf der Produkte ihrer zirka 50 Genossen übernimmt. Verkehr. Der Verkehr mit Tel Aviv beruht im wesentlichen auf der Kooperative „ReGeB", einer Chauffeurgenossenschaft von 14 Mitgliedern, die mit eigenen Autos den Personen- und Lastenverkehr zwischen Ranath Gan, Bnö Brak und Schchunath Bor och ov unterhält. Budget. Die Einnahmen der Siedlung betragen 840 Pfund in diesem Jahr, davon 624 Pfund von den Mitgliedern, 48 Pfund von den noch nicht ansäßigen Genossen, 96 Pfund Wassereinnahmen, 72 Pfund indirekte Steuern und Abgaben. Von den Ausgaben entfallen 400 Pfund auf Unterricht, 120 Pfund auf Wache, 200 Pfund auf Verwaltung, 60 Pfund auf öffentliche Arbeiten, je 18 Pfund auf Gesundheitswesen und Erwachsenenbildung. Anfangsvermögen der Siedler. Die Angaben der Siedler über das Anfangsvermögen, das sie in die Siedlung mitbrachten, sind ungenau und wahrscheinlich übetrieben, d. h. die Mehrzahl dürfte ganz oder fast mittellas in die Sied-