Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
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ihres Siedlerlebens geschulten Plan bauen, den sie zudem dauernd korrigieren» konnten. So blieb die Bauausführung dauernd unter ihrer eigenen Ueber4wachung, und so erhielten sie Häuser, die zwar in der Regel kleiner, aber keineswegs unpraktischer sind, als jene 22, deren sie aber an Qualität der Ausführung weit überlegen sind. Vor allem aber sinkl ihre Häuser hypothekenfrei und in der Mehrzahl der Fälle vollkommen ausgezahlt.» Heute befinden sich 81 massive Häuser in Sch. B., d. h. 60 Prozent aller Siedler besitzen Häuser. Davon sind 58 ohne Inanspruchnahme von Hypotheken gebaut, d. h. 43 Prozente der Siedler sind aus eigenen Kräften zu ihren Häusern gekommen. Besonders praktisch und gefällig sind die jüngstgebauten dieser Häuser. Sie kosten als Einzimmerhaus mit Küche und Terasse zirka 70 Pfund, als Zweizimmerhaus mit Zubehör 100 bis 130 Pfund. Oeffentliche Arbeiten. Wegebau, Wasserzuführung bis an die Siedlerstellen usw. wurde von der Siedlung in eigener Rechnung ausgeführt, die hierfür in der Zeit der Arbeitslosigkeit eine Anleihe von 31000 Pfund aus den Mitteln des Keren Hajessod bekam. Allerdings mußten hierbei Arbeitslose beschäftigt werden, was die Arbeiten sehr teuer machte. Später wurde der Siedlung auf diese Anleihe ein Nachlaß von 1000 Pfund gewährt. Der Umfang der Wegebauten ist nicht sehr groß, befestigte Wege gibt es überhaupt nicht. Die Siedler. Schchunath Borochov zählt heute insgesamt rund 500 Einwohner, davon 174 Kinder. Die Mehrzahl der Siedler stammt aus Polen und Rußland, einer aus Zypern, einige aus Amerika. Die Siedler zeigen das bekannte Merkmal der jungen jüdischen Siedlung in Erez Israel, sie stehen in der besten Kraft ihrer Jalire. 51 Prozent sind 31 bis 40 Jahre alt, 32 Prozent sind im Alter von 20 bis 30, 5 Prozent über 60 Jahre. Die meisten Siedler kamen 1919/20 mit der „dritten Alijah" ins Land, ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Lande beträgt also 10 Jahre. Berufs Schichtung. Die Berufe der Siedler in ihren Herkunftsländern ließen sich nicht genau feststellen, ein Teil war zur Zeit der Auswanderung noch gar nicht oder eben erst im berufsfähigem Alter. Vö'p. vden schon seßhaften Siedlern waren zur Zeit des Eintrittes in die Siedlung 57 Prozent städtische, 14 Prozent landwirtschaftliche Arbeiter, 20 Prozent Angestellte, 4 Prozent Handwerker, 2.5 Prozent Händler. Ein Siedler bezeichnete sich als selbständiger Landwirt. („Städtische Arbeiter", man meint hierbei Arbeiter in der Stadt Tel-Aviv. Sie arbeiten in der Mehrzahl in Fabriken, ein Teil sind Arbeiter bei der Stadtverwaltung, hauptsächlich bei der Straß enreinigung.) Im Verlaufe des Aufenthaltes in der Siedlung erfcflgte eüne Verschiebung zugunsten der Gruppen „Angestellte" (von 20 zu 24 Prozent), „Selbständige Landwirte" (von 1.3 zu 9 Prozent) und „Handwerker" (von 4/zu 9 Prozent). Man zählt jetzt nur mehr 43 Prozent städtische und 10 Prozent landwirtschaftliche Arbeiter. Statt zwei Händlern hat man jetzt drei, nämlich zwei Milchhändler und einen Petroleumverteiler. Andererseits sind die noch nicht seßhaft gewordenen Mitglieder zu 75 Prozent städtische Arbeiter und wohnen und arbeiten fast ausnahmslos in Tel-Aviv selbst. Der Arbeitsplatz der bereits ansäßigen Mitglieder ist in 52 Prozent der untersuchten Fälle Tel-Aviv, 27 Prozent wohnen nicht nur, sondern haben auch ihre Arbeitsstätte in der Siedlung selbst, 21 Prozent arbeiten in der Umgebung vdn Soli. B., uiid zwar als landwirtschaftliche Arbeiter, als Kutscher, auch in Fabriken der Nachbarplätze.