Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Schchunath Borochov - der gelungene Versuch einer Kleinsiedlung in Palästina
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
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daß der einzelne Siedler teilweise zu direkt grotesken Umwegen genötigt ist, um an die Landstraße zu kommen. Bei der Gründung vqn Sch. B., als man im wesentlichen an dem Typus des sich selbst versorgenden Siedlers dachte, war diese Erschwernis des Verkehres belanglos oder gar erwünscht Heute aber, wo, wie wir noch sehen werden, die Hilfswirtschaften fast alle mit dem Absatz ihrer Erzeugnisse nach außen rechnen, ist diese sektenhaft anmutende Absperrung gar nicht so einfach zu nehmen und wird, wenn erst die Orangengärten der Siedler tragen, zu einer Kalamität werden. Einteilung der Siedlung und jetziger Stand. Schchunath Borochov ist in 219 Siedlerstellen von 2.5, 2.25 und 1.5 Dunam eingeteilt. 158 Dunam entfallen auf Wege und Plätze und 50 Dunam sind der Kwuzath Hapoaloth überlassen, die eine Mädchen-Lehrfarm betreibt und aus den Mitteln des Keren Hajessod unterhalten wird. Sie ist bei dieser Untersuchung ebeViso außer acht gelassen, wie eine zweite, mit der Wizo in Zusammenhang stehejnde Mädchenfarm, die 30 Dunam (12 Stellen) bearbeitet. Beide Institute stehein nur in räumlichem Zusammenhang mit der Siedlung. Von den restlichen 207 Stellen waren im Sommer dieses Jahres 135 besiedelt, 25 waren beireits von neuen Aspiranten erworben, die demnächst zur Siedlung kommen werden, 47 standen noch für weitere Siedler zur VerJügung^. Es ist strenges Gesetz, daß jeder Siedler nur eine einzige Stelle besitzen darf. Bodeiibeschaffenheit. Der Boden der Siedlung ist stark hügelig und großenteils für Orangenbau geeignet. Der hügelige Bodden muß natürlich terassiert werden, ehe er kultiviert werden kann; Die Verteilung der Stellen erfolgte ursprünglich durch das Los. Diejenigen, die den steinigen Hügelboden erhielten, sind natürlich stark benachteiligt. Die Siedlung liegt sehr schön und hat freien Zugang für den Wind vom M>eere her. Ein in der Nähe befindlicher Wadi bildet einen Malariaherd. Wasserversorgung. Der Fehler, der so vielfach bei der Anlage von jüdischen Siedlungen in Erez Israel gemacht wurde, daß man nicht rechtzeitig auf die Anlage einer ausreichenden Wasserversorgung bedacht war, wurde bei der Anlage von Sch. B. nicht unterlassen. Da kein Geld für die Erbohrung eines eigenen Brunnens vorhanden war, vergrößerte man einen alten Brunnen in der Nachbarschaft und später, als dieser weggenommen wurde, einen zweiten. Sie lagen nicht au'f den Boden von Sch. B. und wurden nachher von den betreffenden Eigentümern reklamiert, so daß das von der Siedlung darin investierte Geld verloren ging. Die wasserlosen Jahre haben die Entwicklung der Siedlung furchtbar benachteiligt. Pflanzungen konnten nicht angelegt, Häuser nur unter großen Schwierigkeiten gebaut werden, ja es fehlte oft an Trinkwasser für die Menschen, das nur gegen teures Geld von den Nachbardörfern gekauft werden konnte. Erst im Jahre 1926 kqn>nte mit der Anlage einer eigenen Wasserversorgung begonnenwerden. An ihrer Einrichtung beteiligten sich der Keren Kajemeth mit einea? Anleihe von 2000 Pfund, die Kehilliath Zion (von der damals der Boden für die Erweiterung der Siedlung erworben wurde) mit einer solchen von 600 Pfund, und der Palästina-Arbeiter- Fonds mit einer Anleihe von 400 Pfund. Auch ein Teil der Keren Hajessod- Anleihe (siehe unten) wurde dazu verwandt, der Rost wurde von den Siedlern selbst aufgebracht. Die Gesamtanlage kostete 5800 Pfund, d. h. pro Siedler 26 Pfund. Die Anlage ist ziemlich teuer geraten. Mit der Fertigstellung der Wasseranlage änderte sich das Bild der Siedlung vom Grund