Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Über die Rentabilitätsberechnung in den Arbeitersiedlungen des Keren Hajessod
Date
1931-01-01
Page
Seite 17 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379892-2379894-2392607--11552-2392824
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

wirtschaftlichen Kolonisation überschattet. Es dürfte kaum übertrieben sein, wenn man annimmt, daß zumindest der durchschnittliche Zionist oder Freund der Palästinaarbeit die gemischtwirtschaftlichen Betriebe als eine zu teuere, zu unsichere, zu wenig zweckmäßige und unrentable Kolonisationsform betrachtet. Es scheint daher nicht überflüssig, die Frage zu untersuchen, ob und in welchem Maße diese rMeinung über die Rentabilitätsaussichten der K. H.¬ Siedlungen berechtigt ist. Dabei sollen die kolonisatorischen, volkswirtschaftlichen und betriebstechnischen Seiten des Problemes nicht berührt und die Frage nur vom rein geschäftsmäßigen Standpunkt betrachtet werden. II. Die allgemeine Auffassung von der Unrentabilität der K. H.-Siedlungen, die als gemischte Wirtschaften aufgebaut sind, stützt sich, wie oben angedeutet, auf die Tatsache, daß die Bilanzen der meisten Betriebe seit Jahren passiv sind, so daß nicht daran geschritten werden kaftin, niit den Siedlern Verträge abzuschließen. Nun besteht selbstverständlich eine enge Verbindung zwischen der Rentabilität und der aktiven Bilanz einjes Betriebes. Es ka{nn auch nicht geleugnet werden, daß, so wie die Dinge heute liegen, der größte Teil der Betriebe, über die genaue Rechnungein vorliegen, mitunter ganz beträchtliche Defizite aufweist. Und doch ist es dein meisten unbekannt, daß es auch heute bereits Betriebe gibt, die ihre Jahresabrechnungen mit stets wiederkehrenden Ueberschüssen abschließen. Schon bei einer flüchtigen Zusammenstellung der Bilanzen von 19 der wichtigsten Kwuzoth2) ergibt sich das folgende Bild: Beim Abschluß des Wirtschaftsjahres 1925/26 betrug die Gesamtsumme ihrer Verluste zirka 50.000 Ffurid. In den weiteren drei Wirtschaftsjahren waren: aktiv passiv Im Jahre 1926/27 6 13 „ 1927/283) 5 14 „ 1928/29 8 11 d. h. im Durchschnitt konnte ein Drittel aller Kwuzoth in den letzten drei Jahren (trotz der Dürre des Jahres 1927/28) auf ein'en Bilanzüberschuß hinweisen. Diese einfache Zusammenstellung berechtigt jedoch zu keinerlei Schlüssen Denn erstens gibt sie uns keinerlei Aufschluß über d(as Verhältnis der Ueberschüsse zum investierten Kapital, und zweitens umfaßt diese Tabelle Wirtschaften, die ihren Ausbau völlig oder nahezu beendet haben und auch Betriebe, die sich erst in ihren ersten Adfbaujahren befinden. Drittens läßt sich ein rechnerischer Ueberschuß, der besonders in den ersten Jahren des 2) Im ganzen gibt es 21 Kwuzoth. Eine Untersuchung in den Moschawim ist äußerst schwierig. Es müßten individuelle Bilanzen aller Siedler in allen Moschwim angefertigt werden, um einen TJeberblick zu gewinnen. Ein Hinweis auf die Rentabilität der Wirtschaften im Moschaw findet sich weiter unten. 3) Das Jahr 1927/28 war ein Jahre der Dürre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.