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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 16

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Über die Rentabilitätsberechnung in den Arbeitersiedlungen des Keren Hajessod
Date
1931-01-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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die finanzielle Basis der Kolonisation zu erweitern, und neue Mittel dafür zu beschaffen. Auch würde die Absehließung von Verträgen, die dem Siedler nicht aufgezwungen werden, sondern sich auf seine erwiesene Zahlungsfähigkeit stützen, einen Beweis für das Gelingen der nationalen Kolonisation liefern, die im Laufe von zwanzig Jahren zur Gründung von 34 Siedlungen geführt hat. Dieses würde der Kritik, die in der zionistischen und in den letzten Jahren auch der nichtzionistischen Oeffentlichkeit an der Tätigkeit der zionistischen Organisation geübt wurde, die Spitze abbrechen und den Fonds» einen mächtigen Anstoß geben. Das Interesse der Siedler an der Lösung der Frage ijst höchst real. Der größte Fehler der zionistischen Finanzgebarung bestand darin, daß für Kolonisationszwecke nie genügend Mittel ausgeworfen wurden, so daß die Basierung der landwirtschaftlichen Betriebe auf Jahre hinaus verschoben wurde. Bis heute ist es nicht gelungen, das landwirtschaftliche Budget von den Verpflichtungen zu entlasten, die ihm mit der Gründung der von ihm finanzierten Siedlungen aufgebürdet worden sind. Von den 34 Siedlungen des Keren Hajessod, bezw. der zionistischen Organisation können nur elf als „seif supporting"x) betrachtet werden. Folgende Zahlen geben einen noch beredteren Aufschluß über die Lage. Als man vor vier JaEi^en das Konsolidierungsprogramm der landwirtschaftlichen Siedlungen ausarbeitete, wurden 499.000 Pfund gefordert, um die bereits bestehenden Siedlungen wirtschaftlich unabhängig zu machen. Heute, nachdem bereits 344.000 Pfund für die Konsolidierung und den Ausbau dieser Betriebe verausgabt worden sind, wird die noch unbedingt notwendige Summe auf mindestens weitere 300.000 Pfund geschätzt. Es würde zu weit führen und es liegt nicjhit im Rahmen dieses Aufsatzes auf die Gründe hinzuweisen, die diesen Zustand verursacht) haben. Es kann nur zusammenfassend gesagt werden, das jede Verschiebung dejs Aufbauprozesses der Siedlungen seine Kosten um ein erheblicjhes erhöht und daß daher die Siedler in erster Reihe daran interessiert sind, ihre Wirtschaften möglichst schnell auszubauen, so daß sie sich aus ihren Erträgen ernähren können, ohne auf weitere Zuschüsse von Seiten der Fonds angewiesein zu sein. Unter diesen Umständen, wo einerseits die Siedlungsinstitute sich seit Jahren bemühen, die Siedlungen endgültig auszustatten und das Ende trotzdem immer noch nicht abzusehen ist, aridererseits die Siedler infolge ungenügender Equipierung zum großen Teil gezwungen sind, ihre jährlichen Bilanzen mit Defiziten abzuschließen und daher immer energischer ihre Forderungen nach entsprechender Finanzierung laut werden lassen, ist es kein Wunder, daß in der öffentlichen Meinung die Ueberzeugung Platz greift, daß die landwirtschaftlichen Siedlungen in ihrer jetzigen Form unrentabel sind und wahrscheinlich noch Jahre unrentabel bleiben werden. In letzterer Zeit kam noch ein Moment hinzu, das geeignet war, diese Meinung zu stärken. Die Plantagenwirtschaft in der Orangezone mit ihrer hohen Rentabilität und verhältnismäßiger Marktsicherheit ihrer Produkte hat alle anderen Formen der landx) Diese Bezeichnung bedeutet nur, daß sie die in ihrem Wirtschaftsplan vorausgesehenen Summen in Gänze oder zum größten Teil bereits bekommen haben. Tatsächlich aber bleibt noch abzuwarten ob diese Summen die Wirtschaft in den Stand setzen, sich selbst zu erhalten. In der Praxis taucht die Frage ihrer weiteren Finanzierung von Zeit zu Zeit immer wieder auf.

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