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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 7

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
Date
1931-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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lästinas wird schließlich nicht dadurch gelöst, daß man einige tausend arabische und jüdische Familien ansiedelt. Dabei riskiert man aber, durch die Störung des jüdischen Werkes eine Stagnation in der palästinensischen Wirtschaft herbeizuführen. Der Entwicklungsplan könnte großen Segen bringen, wenn er jede Ansiedlung aus seinem Tätigkeitsbereich ausschaltet und sich auf andere Arbeiten beschränkt, die ihrer Natur nach nur vom Staate übernommen werden können. Sie stellen keine gewinnbringenden Anlagen dar und können der privatwirtschaftlichen Initiative kaum zugemutet werden. Die erste Aufgabe der für die Durchführung des Siedlungsplanes zu schaffende Behörde müßte die fachliche Ausbildung des Fellachen sein, um die Intensivierung seiner Wirtschaft zustandezubringen. Dafür ist eine systematische Verbreitung von landwirtschaftlichen Kenntnissen durch Lehrfarmen, wandernde Instruktoren für das ganze Land usw. notwendig. Die Beaufsichtigung der Methoden der landwirtschaftlichen Bearbeitung, die Verbesserung des Saatgutes und der Viehzucht, die Einführung von Dünger, die Erschließung von Absatzmärkten für palästinensische Produkte und endlich die Schaffung von Bewässerungsanlagen für ganz Palästina, sind alles Aufgaben, die die Entwicklungskommission in ihren Tätigkeitsbereich aufnehmen muß. Ferner ist es Pflicht dieser Behörde, Mittel und Wege zur Erleichterung der finanziellen Lage der Fellachen zu finden: die Bekämpfung des Wuchers, die Verringerung des Zinsfußes, die Verminderung der geradezu unerträglichen Steuerbelastung der landwirtschaftlichen Bevölkerung und schließlich die Organisation des Kredites, in erster Reihe durch Bildung von Kreditgenossenschaften, Sparkassen und dergleichen. Systematisch durchgeführt, können diese Maßnahmen in ihrer Gesamtheit in absehbarer Zeit eine wesentliche Besserung der Arbeitsmethoden und Steigerung der Produktion, sowie Hebung des Lebensstandards der Fellachen herbeiführen. Gleichzeitig aber darf das jüdische Kapital in seiner Betätigung nicht gehemmt werden, denn es kommt in starkem Maße auch den Arabern zugute. Das für Bodenkauf von den Juden gezahlte Geld wird zum erheblichen Teil in den landwirtschaftlichen Betrieben der Araber angelegt. Palästina und die arabische Bevölkerung könnten viel größere Vorteile erzielen, wenn neben einem systematisch durchgeführten Entwicklungsplan in dem von uns soeben skizzierten Sinne eine gesteigerte kolonisatorische Tätigkeit der Juden ermöglicht wird. Simpson behauptet, daß die jüdische Siedlungsarbeit den Fei-

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