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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
Date
1931-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Ein weiterer Teil muß für Irrigationsanlagen und die Erhaltung der für die Durchführung des Planes notwendigen Aemter zurückgestellt werden. Wir können also annehmen, daß die Summe, die auf die eigentliche Ansiedlung entfallen wird, auf anderthalb Millionen Pfund zu schätzen ist. Damit sollen der Bodenerwerb und die Kosten der Kolonisierung bestritten werden. Für Ansiedlung einer Familie sieht Simpson 60 pal. Pfund vor. Die Parzelle wird aber viel mehr kosten. Bei Annahme einer Einheit von durchschnittlich 75 Dunam pro Familie, wird sich allein das Grundstück auf 150 bis 225 Pfund stellen. Auf diese Weise werden für die Ansiedlung einer Familie 210 bis 285 pal Pfund erforderlich sein. Aus den Mitteln der Anleihe können sonach 5000 bis 7000 Familien angesiedelt werden. Eine als Folge der Vollziehung des Entwicklungsplanes zu erwartende Immobilisierung des Bodengeschäftes würde den Zufluß neuen Kapitals in die arabische Wirtschaft verhindern. Die Regierung wird nie soviel Geld auf Bodenkäufe verwenden können, wie dies seitens der Juden in den letzten zehn Jahren geschehen ist, die in dieser Zeit etwa drei Millionen Pfund hiefür ausgegeben haben. Dabei ist auch die Frage der Bodenpreise von Bedeutung, die, wie Simpson bestätigt, in Palästina übermäßig hoch sind.4) Die Regierung wird kaum in der Lage sein, die auf dem Bodenmarkt herrschenden Preise zu bewilligen. Eine Unterbrechung der jüdischen Immigration und die Verlangsamung des Aufbaues w7ürde als unvermeidliches Resultat eine wesentliche Verringerung des nach Palästina strebenden Kapitals haben. In der Nachkriegszeit haben die Juden vierzig Millionen Pfund — oder selbst nach Schätzung der Regierung nur dreißig Millionen — ins Land gebracht. Es konnte im letzten Jahre bereits beobachtet werden, daß Privatkapital nicht mehr nach Palästina ging. Man muß sich daher fragen, ob der dem Land hierdurch verursachte Schaden den Segen des Entwicklungsplanes — soweit dieser mit einer Einschränkung der jüdischen Siedlungsarbeit verbunden ist — nicht bei weitem aufheben kann. Die Entwicklung des Landes ist unumgänglich notwendig, und der Plan Simpsons kann von Bedeutung werden, soweit er sich die Intensivierung der Landwirtschaft als Ziel steckt. Hier kann auch mit relativ geringen Kosten viel erreicht werden. Durch Einbeziehung der eigentlichen Ansiedlung aber würde der Plan viel von seiner Wirkung einbüßen. Das Problem der Entwicklung Pa- 4) Report, p. 145.

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