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Palästina · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · p. Seite 5

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Journal
Palästina
Volume
14 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Article
Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
Date
1931-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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sagt, daß es nicht genügt, einen kleinen Teil des Landes zu entwickeln. Die einzige Bedingung für den Erfolg sei die Entwicklung des ganzen landwirtschaftlichen Palästina.3) Sollte der Plan auf die Ländereien der Fellachen ebenfalls ausgedehnt werden, so würde er kaum überwindlichen Schwierigkeiten begegnen. Denn einmal im Besitze eines Grundstückes, wird der Fellache es nicht mehr zurückgeben wollen, genau wie jeder andere Bauer in der Welt, dem sein Grundstück genommen werden soll. Das könnte nur im Wege einer Agrarrevolution geschehen. Es scheint uns aber kaum wahrscheinlich, daß es die Absicht Simpsons ist, eine Agrarrevolution in Palästina herbeizuführen. Der Pachtvertrag des Keren Ka jemeth enthält einen Punkt, welcher vorsieht, daß in gewissen Zeitabschnitten eine neue Bestimmung der Flächeneinheiten vorgenommen wird. Man war sich dabei der Schwierigkeit der technischen Ausführung dieser Verfügung wohl bewußt, hat aber das Niveau der jüdischen Siedler, wie auch die idealistische Einstellung, die sie nach Palästina führt, in Rechnung gezogen. Ebenso wie die im Lande wohnenden Juden in einer erhöhten Einwanderung und der Beschaffung von Arbeitsmöglichkeiten für den neu ankommenden ein dringendes Gebot des Aufbaues erblicken, würden sie sich der Notwendigkeit fügen, einen Teil ihrer Parzelle für neue jüdische Siedler abzugeben. Dabei muß allerdings ein gewisser Fortschritt der Ertragsfähigkeit des landwirtschaftlichen Bodens vorausgesetzt werden. Die Fläche, die dem ersten Besitzer verbleibt, muß groß genug sein, um die Weiterführung einer ihn erhaltenden Wirtschaft zu ermöglichen; außerdem sind ihm diejenigen Investitionen zu vergüten, die er für den abzutretenden Teil aufgewendet hat. Falls das Enteignungsverfahren auf das ganze Land ausgedehnt werden sollte, müßten die Bauern erhebliche Vergütungen ausgezahlt bekommen, was die Landesregierung finanziell stark belasten würde. Simpson sagt zwar nicht, woher die Mittel für die Ausführung des Entwicklungsplanes kommen sollen, es ist aber bekannt, daß die britische Regierung hiefür eine Anleihe von zweieinhalb Millionen Pfund aufzunehmen beabsichtigt. Welchen Umfang kann der Plan mit Hilfe dieser Anleihe annehmen? Die Ausführungen des Unterstaatssekretärs im britischen Parlament lassen vermuten, daß ein Teil der Anleihe für andere Zwecke als die der Ansiedlung verwendet werden soll. Wenn wir für diese 500.000 Pfund in Rechnung stellen, so ist das wohl nicht zu hoch gegriffen. 3) Ibidem.

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