Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Punkt aufgenommen wird, der die Regierung ermächtigt, im Bedarf sf alle die Verringerung der Parzellen vorzunehmen. Es gibt aber kaum Grund zu der Annahme, daß die Entwieklungskommission die Ländereien in Pacht vergeben wird. Die Abneigung Simpsons gegen die Unveräußerlichkeit des Grundbesitzes läßt vermuten, daß die Bauern weit eher den Boden ins Eigentum erhalten werden. Dies wird durch die Ausführung des Berichtes bestätigt, daß die Auslagen für die seitens der Development Commission getätigten Bodenerwerbungen zurückerstattet werden, das heißt, es wird beabsichtigt, die Böden an die Bauern gegen Abzahlung zu verkaufen.2) Wenn aber der Boden Eigentum ider Fellachen wird, wie könnte man sie zwingen, einen Teil desselben, nachdem er einigermaßen entwickelt ist und bessere Erträge bringt, abzugeben? Ein gutes Geschäft wird hierbei nicht zu machen sein, denn die Entwicklungskommission wird keine hohen Preise für die Böden zahlen können. Es wird sich auch die technische Schwierigkeit ergeben, eine Parzelle in der Weise zu teilen, daß der abgetrennte Teil die Schaffung einer neuen Wirtschaft gestattet, ohne die alte Bauernstelle zu verstümmeln. Ob Pacht, ob Eigentum, in jedem Falle würde eine Reduzierung der Fläche äußerst schwierig zu bewerkstelligen sein und kann innerhalb der agrarischen Bevölkerung Unruhe und Unzufriedenheit hervorrufen. Da die Zustimmung der Grundbesitzer kaum zu erhalten sein wird, so wird den Behörden nichts anderes übrig bleiben, als das Verfahren der Enteignung anzuwenden. Man stelle sich aber vor, welche Wirkung eine massenhaft durchgeführte Enteignung auf den palästinensischen Fellachen — auch falls er eine höhere Kulturstufe als die gegenwärtige erreicht — auszuüben vermag! Es kann schwerlich erwartet werden, daß er so weit kommen wird, die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Verkleinerung seiner Parzelle selbst einzusehen. Soll man vielleicht hoffen, daß die arabische Bevölkerung der Expropriation eines Teiles ihres Grundeigentums zustimmt, damit Land für Ansiedlung von Juden verfügbar wird? Oder denkt Simpson etwa daran, den Entwicklungsplan lediglich auf die Ländereien der Großgrundbesitzer zu beschränken, indem die Pächter auf einen Teil derselben konzentriert werden, um den freibleibenden Rest für Kolonisationszwecke zu verwenden? In diesem Falle würde sich der Entwicklungsplan nur auf ein Teilgebiet Palästinas erstrecken, was den Absichten Simpsons anscheinend zuwiderläuft, denn er 2) Report, p. 153.