Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379892-2379894-2392606--11536-2392810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
in Anspruch nehmen. Nach einigen Jahren wird die JewishAgency der Situation gegenüberstehen, daß sie für ihre Kolonisation keinen Boden mehr verfügbar hat und neuen nicht hinzukaufen kann. Soweit der Entwicklungsplan Simpsons das Stillstehen des jüdischen Siedlungswerkes nach sich zieht, steht er der Realisierung des jüdischen Nationalheimes im Wege und kann sich deshalb der Zustimmung der Juden nicht erfreuen. Wenn wir nunmehr die Durchführung des Simpson-Planes erörtern, so ist es völlig unklar, auf welche Weise die Festsetzung; der neuen Flächeneinheiten vor sich gehen wird. Diese läuft letzten Endes auf die Revision der Grundbesitzverhältnisse im ganzen Lande hinaus. Diejenigen Bauern, bei denen es sich erweisen wird, daß sie nach Anwendung der intensiven Methoden zu viel Land besitzen, werden den Ueberschuß für Entwicklungszwecke abtreten und sich mit einer kleineren Fläche begnügen müssen. Mit der fortschreitenden Verwirklichung des Entwicklungsplanes soll die neue Festsetzung auf das ganze Land und auf alle Bauern ausgedehnt werden. Wenn erst Bewässerungsanlagen vorhanden sind, werden für einen Bauern Flächen von 40, 20 oder sogar 15 Dunam ausreichend sein und um freies Land zu gewinnen, wird von jeder Bauernstelle der Teil abgetrennt werden, der über dieses Ausmaß hinausgeht. Wie soll das aber durchgeführt werden? Soweit es sich um Bauern handelt, die schon vor der Einleitung des Entwicklungsplanes freie Eigentümer waren, ist der Erwerb des überschüssig werdenden oder gewordenen Landes unabhängig von dem freien Willen des Besitzers es zu veräußern. Die Regierung kann ihn hiezu durch keine Verfügung zwingen, außer durch Enteignung seines Grundbesitzes. Da die Intensivierung der Wirtschaft eine entsprechende Schulung der Fellachen erfordert, wird es kaum möglich sein, eine Aenderung der Arbeitsmethoden auf einmal einzuführen und die Flächeneinheiten von vornherein zu reduzieren. Die Intensivierung wird nur stufenweise vor sich gehen und demzufolge wird in gewissen Zeitabständen auch die Neufixierung des für die Erhaltung einer Bauernfamilie notwendigen Areals erforderlich sein. Die Fellachen, die keinen Boden besitzen, müßten bei Inangriffnahme des Entwicklungsplanes größere Grundstücke erhalten, die bei den jetzigen Arbeitsmethoden für die Deckung ihres Bedarfes ausreichen, und die mit der Verbesserung der Methoden verringert werden könnten. Die Reduzierung der Flächen, die die Regierung den Bauern zuteilen wird, könnte dann geschehen, wenn der Boden in Pacht vergeben und in den Pachtvertrag ein