Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 14 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Article
- Der Entwicklungsplan Simpsons - Die Siedlungsmöglichkeiten Palästinas
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Es ist ein langer Weg, den Simpson empfiehlt, denn er sagt selbst, daß „das gewünschte Resultat nur durch jahrelange Arbeit erreicht werden kann". Die Intensivierung der arabischen Wirtschaft ist eine schwere und langwierige Aufgabe. Sie setzt eine Umwandlung im wirtschaftlichen Leben des Fellachen, seine radikale psychologische Umstellung voraus. Eine für den orientalilischen Bauern charakteristische Mentalität, die sich im Laufe von Jahrhunderten durch mannigfaltige Ursachen, wie klimatische Verhältnisse, historische Entwicklung usw. herausgebildet hat, steht jeder Aenderung im Wege. Sie muß erst überwunden werden, was nicht nur eine Erziehung zu neuen Arbeitsmethoden, sondern auch zu einer neuen Lebensweise erfordert. Die Ausführung eines solchen Programmes muß selbstverständlich lange Zeit in Anspruch nehmen. In ihrem Streben, Palästina zu entwickeln, würden die Juden den Plan Simpsons nach Kräften zu fördern suchen, wenn er nicht einen für sie äußerst bedenklichen Punkt enthielte: so lange der Plan nicht ausgeführt ist, gibt es keinen Platz für weitere jüdische Ansiedlung, außer derjenigen, welche sich auf den bereits in jüdischem Besitz befindlichen Ländereien bewerkstelligen läßt. Simpson will zwar die Juden damit beruhigen, daß sie während der Durchführung seines Entwicklungsplanes ihre Tätigkeit unter Benutzung ihrer Landreserve fortsetzen können. Wir wissen aber bereits, daß das für die Kolonisationsarbeit der Jewish Agency in Betracht kommende Areal bei weitem nicht so groß ist, wie Simpson annimmt: auf den knapp 70.000 Dunam gibt es Platz für höchstens 2500 landwirtschaftliche Familien. Wenn man bedenkt, daß sich im Laufe der zehnjährigen Nachkriegskolonisation der Juden 25.000 Personen auf dem Boden niederließen, wird man verstehen, daß diese Landreserve keinesfalls für so lange Zeit ausreicht, als für die Ausführung des Entwicklungsplanes erforderlich ist. Auch die im Besitze der PICA befindliche freie Fläche von etwa 55.500 Dunam ist für eine großzügige Siedlungsarbeit nicht ausreichend. Der Erwerb neuer Flächen wird aber den Juden nicht möglich sein, denn so lange der Entwicklungsplan in Ausführung begriffen ist, soll der Bodenerwerb einer Kontrolle unterstellt und nur insoweit gestattet werden, als er den Plan nicht stört. In die Sprache der Palästina-Wirklichkeit übertragen, bedeutet das eine vollständige Lahmlegung der Bodentransaktionen auf längere Zeit hinaus. Denn bei dem in diesem Lande üblichen Tempo wird die Verwirklichung des Entwicklungsplanes eine längere Zeitspanne