Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Das Weissbuch der Regierung [Nachricht]
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 447 (sequence 4)
- Language
- German
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das Richtige getroffen habe. Exgouverneur von Syrien, Jouvenel, wendet sich in der Zeitschrift „Revue des Vivants" heftig gegen die Nichterfüllung der Verpflichtungen Englands. Senator B o r a h, Vorsitzender der Außenpolitischen Kommission des amerikanischen Senats, sandte einer Protestversammlung eine Botschaft, in der er sagte, adle, die mit einem Gefühl für» Recht begabt sind, werden tief bedauern, daß die Möglichkeit einer Nichtachtung der Baliour-Deklaration auftauchte- „Ich habe Vertrauen, daß eine weisere und gerechtere Politik siegen wird." Auch Senator Wagner, welcher demselben Ausschuß angehört, und der Präsident der amerikanischen Gewerkschaften William Green schrieben, daß das arbeitende Volk der Vereinigten Staaten einig ist mit dem jüdischen in den Anstrengungen, die Balfour-Deklaration durchzuführen. Der Exgouverneur von New-York, Frank Roosevelt, schrieb an die Protestversammlung vom 2. November, daß das Mandat nicht bedeutet habe, den Juden in Palästina bloß Minoritätsrechte zq geben. Er hoffe, daß die von der Friedenskonferenz beschlossenen hohen Ideale werden durchgeführt wenden. Sir Elwo od M e a d, der hervorragende Experte, der bereits zweimal in Palästina Gutachten abgegeben hat, sprach in „New Palestine" vom 7. November, sein Bedauern über die Erklärung der britischen Regierung aus. Hunderte von Jahren haben die Bewohner nichts für ihr Land getan, die Juden haben ans Sumpfen und Oelländereien Ansiedlungen geschaffen. Eine Behinderung der Juden würde keinesfalls die Araber anspornen. Wenn die Regierung das WTeißbuch nicht ändert, werden innerhalb zweier Jahre die Araber sich mit den Juden vereinigen, um die Aufhebung der Beschränkung zu verlangen. Freigabe von Zertifikaten. Am 8. November gab die Regierung 1500 Einwanderungszertifikate für Arbeiter frei. Die Haltung der Araber. Die arabische Exekutive hat noch keinen endgültigen Beschluß gefaßt. „Feiestin" verlangt einen Gesetzentwurf zur Beschränkung des Bodenverkaufs. Im allgemeinen scheinen die Araber befriedigt zu sein, manche Blätter schreiben, die Balfour-Deklaration sei erledigt. Das Blatt des Mufti „El Jarmuk" äußert sich heftig gegen den gesetzgebenden Rat. Jedesfalls wurde zum erstenmal am 2. November (Balfour-Tag) kein arabischer Proteststreik durchgeführt. Die arabische Exekutive verlangte von Sir John Chancellor, daß die Regierung das neue Weißbuch nicht abändere. Chancellor erwiderte, davon könne keine Rede seiÜn. Nach Erteilung der 1500 Zertifikate übergab die arabische Exekutive dem Oberkommissär einen Protest, worauf er sagte, daß er die Weisung erhielt, den Arabern zu versichern, daß die englische Regierung keinem Teil der Bevölkerung gegenüber ihre Pflicht versäumen werde. (Siehe auch Rundschau: „Politik".) In London führen die Araber eine lebhafte Kampagne, unterstützt von vielen Persönlichkeiten der englischen Politik, darunter Lord Islington. Nach den letzten Nachrichten wird die arabische Exekutive in einem ausführlichen Dokument das Weißbuch in der Hauptsache annehmen. Vertreibung von arabischen Pächtern durch arabische Grundbesitzer. Das arabische Blatt „Feiestin" klagt, -daß arabische Grundbesitzer, die infolge des Simpson-Berichtes die Erlassung von Gesetzen für