Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Das Weissbuch der Regierung [Nachricht]
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 448 (sequence 5)
- Language
- German
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verstärkten Pächterscliutz befürchten, ihre Pächter vertreiben, um deren Entschädigungsansprüchen zu entgehen. Unterhausdebatte. Am 17. November griff Lloyd George im Unterhaus die Regierung an und sagte, das neue Weißbuch sei eine Abweichung von der Politik der Balifour-Deklaration. Dr. Shiels bestritt dies. Die Regierung! wolle das Mandat durchführen. Die Regierung von Palästina will eine Anleihe von zweieinhalb Millionen Pfund aufnehmen, um 10.000 Familien anzusiedeln, zunächst die vom Land vertriebenen Araber, der Rest sei für Araber und Juden bestimmt. In der Debatte traten besonders Sir Herbert Samuel und der frühere Kolonienminister Amery gegen das Weißbuch auf. Macdonald erklärte, daß nur eine Verständigung beider Teile Erfolg haben könne. Auf eine direkte Anfrage, ob die Regierung das Weißbuch nun eigentlich aufrechthalte, sagte Shiels, daß es mißverstanden wurde, aber so, wie es in der Debatte von ihm erklärt und ergänzt wurde, in Kraft bleibt. (Eine vollständige Wiedergabe der Debatte enthält die „Jüdische Rundschau", Berlin, Nummer 92, vom 21. November.) Oberhausdebatte. Am 3. Dezember provozierte der zionistenfeindliche Lord Islington eine Debatte über da!s Weißbuch, Passfield sagte, daß die Regierung nicht beabsichtige, den Ankauff von Boden in Palästina durch den KKL. zu verbieten. V e r h an dlungen der englischen Regierung mit der Jewish A g e n c y. Am 14. November gab die englische Regierung folgendes Communique aus: „Da Zweifel geäußert wurden, oh manche Sätze des Weißbuches vom 21. Oktober mit gewissen Artikeln des Palästinamandats vereinbar sind, und da andere Sätze, wie sich gezeigt hat, Mißverständnissen ausgesetzt sind, hat die Regierung Vertreter der Jewiish Agency eingeladen, über diese Fragen mit ihr zu verhandeln. Da die an dem Mandat interessierten Parteien den stärksten Wunsch haben, seine richtige Interpretation und unparteiische Verwaltung zu sichern, besteht die Hoffnung, daß über a,lle etwaigen Differenzpunkte eine Einigung erzielt werden wird. Soldann wird eine weitere Erklärung bezüglich dieser Fragen abgegeben werden." Die erste Beratung von Vertretern der J. A. und der Regierung fafcid am 17. November statt. Die Parlamentswahl in Whitechapel. Bei den Versammlungen, die anläßlich der Parlamentsnachwahl im jüdischen Viertel Londons (Whitechapel) stattfanden, wurde gegen die Vertreter der Labour Party demonstriert, so daß sie kaum zu Worte kommen konnte^. Die Arbeiterpartei verlor bei der Wahl 5009 Stimmen. Die Antwort der J. A. auf das Weißbuch. Der frühere Generalsekretär der J. A., Leonard Stein, hat eifte 'Broschüre, „The Palestine White Paper of October 1930" als Antwort der Jewish Agency verfaßt. (Wir kommen auf deren Inhalt noch zurück.) OEFFENTLICHE VERWALTUNG. Van Vriesland holländischer Generalkonsul. Dr. van Vriesland, früher Mitglied der Zionistischen Exekutive, wurde von der holländischen Regierung zum Generalkonsul für Palästina ernannt.