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Palästina · 1930-12-01 · Heft 12 (Dezember 1930) · p. Seite 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 12 (Dezember 1930)
Article
Der Bericht Sir John Hope Simpsonś
Date
1930-12-01
Page
Seite 424 (sequence 12)
Language
German
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Wenn die Juden eine freizügigere Ansiedlung wünschen, und sie werden es wünschen, so müssen sie sich die Kosten hierfür aus anderen Quellen, als von der Development Commission beschaffen. Verteilung der entwickelten Böden. Die Verteilung der entwickelten Böden sollte an Juden, deren Namen in durcji die Jewish Agency der Kommission eingereichten Listen eingetragen sind, und an durch Distriktskommissäre benannte Araber erfolgen. Der Artspruch der Ansiedlungskandidaten beider Bevölkerungsteile sollte zu gleicher Zeit geprüft werden, wobei die Kommission die endgültige Entscheidung über dje Ansprüche zu treffen hat. Zusammenarbeit der jüdischen Körperschaften und der Development Commission. Der Erfolg des vorgeschlagenen FJlanes hängt von der loyalen Zusammenarbeit der jüdischen Kolonisationskörperschaften mit der Development Commission ab. Die Kommission müßte im ständigen Kontakt mit diesen Körperschaften stehen und deren Entwicklungspläne müssen, obwohl sie nur für die jüdische Ansiedlung allein ausgearbeitet sind, derart gefaßt sein, daß sie mit dem Entwicklungsplan für das Land als Ganzes in Einklang stehen. Dies ist der einzige Weg, auf dem die Vorschriften des Art. 6 des Mandates beachtet werden können und die geschlossene Ansiedlung der Juden auf dem Lande gefordert werden kann, ohne daß die Lage der übrigen Bevölkerungsteile präjudiziert wird. Zweifelsohne wird es zu Beginn der Koordination der jüdischen Pläne mit denen der Kommission Schwierigkeiten geben, doch mit beiderseitigem guten Willen und der Durchführung der gemeinsamen Aufgabe können diese Schwierigkeiten eine Lösung finden. Künstliche Inflation der Bodenwerte. Nur durch Zusammenarbeit kann auch die künstliche Inflation der Bodenpreise verhindert werden. Gegenwärtig sind die Bodenpreise in Palästina auf eine übertriebene Höhe gestiegen, und zwar dank dem festen Willen der verschiedenen jüdischen Bodenerwerbsgesellschaften, für alle Fälle und zu jedem Preise den auf den Markt gelangenden Boden zu kaufen und infolge der Tatsache, daß der Bodeneigentümer weiß, daß er den Preis allein schon durch Festhalten allein steigern kann. Da der Preis des Bodens bezw. ein angemessener Prozentsatz in der Form einer Bodenrente von der anzusiedelnden Bevölkerung wieder erhoben werden muß, so muß der Plan mißlingen, wenn das Land zu einem so unvernünftigen Preise, wie der gegenwärtige, erworben wird. Eine wesentliche Vorbedingung des Erfolges ist daher, daß der Boden zu einem vernünftigen Preise gekauft werden kann. Dies ist nür möglich, entweder durch ein Abkommen zwischen der Regierung und den jüdischen Bodenkaufsgesellschaften oder die Kontrolle der Regierung über die Bodentransaktionen. Der erwünschte Zweck könnte durch eine „gentleman's agreement" zwischen der Jewish Agency und der Kommission erreicht werden. Doch müßte in jedem Falle eine Kontrolle vorhanden sein, um das Eindringen von Dritten, die auf Bodenspekulation aus sind, zu verhindern. Feststellung der Zahl landloser Araber. Die bevorstehende Volkszählung sollte zur Feststellung der Zahl der landlos gewordenen Araber benutzt werden, Gut würde es auch sein, wenn die Zahl der Fellachen, welche keinen aus-» reichenden Besitz für die Aufreehterhaltung eines angemessenen Lebensstandards haben, durch die Bezirks- und Distriktskommissäre festgestellt werden

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