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Palästina · 1930-12-01 · Heft 12 (Dezember 1930) · p. Seite 423

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 12 (Dezember 1930)
Article
Der Bericht Sir John Hope Simpsonś
Date
1930-12-01
Page
Seite 423 (sequence 11)
Language
German
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nicht die Landesvermessung beendet und die nächstjährige Volkszählung durchgeführt ist, kann man unmöglich sagen, wie groß einerseits die für den Anbau zur Verfügung stehende Fläche und andererseits die Zahl der arabischen Familien sein wird, die vielleicht umgesiedelt werden müssen. Verfügbare Flächen in den Ebenen. Die Jewish Agency hat eine Berechnung angestellt, wonach für 54.900 zusätzliche Familien Raum in drei von den fünf Ebenen vorhanden ist, nämlich in der Küstenebene, der Huleh-Ebene und im Jordantal einschließlich Beisan. Es ist dies das Ergebnis einer eingehenden und sorgfältigen Prüfung des anbaufähigen Gebietes und seiner Entwicklungsmöglichkeiten. Wahr ist, daß die in dieser Berechnung angenommenen Zahlen für einzelne Gebiete, von denen des Direktors des Landvermessungs-Departements abweichen, so daß es nicht möglich ist, die Schätzung als absolut genau anzunehmen. Andererseits ist es sicher, daß eine große Zahl von zusätzlichen Familien mit verbesserten Wirtschaften in diesen Gebiete versorgt werden kann. Es ist unmöglich, eine einigermaßen zuverlässige Schätzung für die Zahl der Familien abzugeben, die in Palästina untergebracht werden könnten, wenn das Land als Ganzes in entsprechender Weise entwickelt wäre. Die Entwicklung von 100.000 Dunam in bestimmten Gebieten der Küstenebene könnte möglicherweise genügend Land für die bereits auf den Boden lebenden Familien aus den überfüllten Gebieten des Hügellandes und zweitausend Familien jüdischer Siedler aufnehmen. Eine ähnliche Fläche in Beisan könnte möglicherweise nur die Hälfte oder zwei Drittel dieser Zahl an neuen Familien aufnehmen. Alles hängt davon ab, daß man Wafsser für die Bewässerung und Märkte für die Erzeugnisse findet. Aber es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß eine sich über eine Reihe von Jahren erstreckende, systematische und methodische Entwicklung den Gesamteindruck des landwirtschaftlichen Palästina ändern und eine weitaus zahlreichere Bevölkerung zulassen wird. Koordination der Entwicklungspläne. Jeder Ansiedlungsplan sollte sich auf die Ansiedlung sowohl von Juden wie von Arabern innerhalb der entwickelten Gebiete erstrecken und sollte die Kolon^sationspläne der jüdischen Körperschaften in Betracht ziehen, um d\e Entwicklung durch diese Körperschaften und diejenige durch die Kommission koordinieren zu können. Es kann sich als sehr wohl möglich herausstellen, daß zwei Entwicklungspläne in bestimmten Bezirken, zu gegenseitigem Vorteil und mit erheblichen Ersparnissen verbunden werden können. Ansiedlungskosten für eine Familie. Es wird angenommen, daß die Durchschnittskosten für die Ansiedlung einer arabischen Familie etwa 60 Pfund betragen werden. Diese Summe reicht für irgendwelche überflüssigen Aufwendungen bei der Ansiedlung nicht aus. Der Araber baut sich sein Haus selbst. Es kostet ihn 10 Pfund pro Raum. Wenn er sich ein Haus mit zwei Zimmern baut, so bleiben ihm 40 Pfund, die ausreichen werden, um ihn mit einer guten Kuh, einem eisernen Pflug und einer Egge auszustatten. Die Familie wird bereits Vieh und Werkzeuge besitzen, und es wird nicht nötig sein, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Obwohl der Lebensstandard der Araber und der Juden in materieller Hinsicht voneinander abweichen, so dürfte doch weder hinsichtlich der Größe des zugewiesenen Besitzes, noch hinsichtlich des für die Ansiedlung gewährten Geldbetrages ein Unterschied gemacht werden.

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