Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Der Bericht Sir John Hope Simpsonś
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 419 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zementfabrik. Durch all dies sind Arbeitsmögliehkeiten für die Araber entstanden .... und es ist eine berechtigte Schlußfolgerung hieraus, daß die Konkurrenz der eingewanderten jüdischen Arbeiter durch diese wachsenden Arbeitsmöglichkeiten ausgeglichen worden ist." Es folgen die Arbeitslosenziffern für die Monate Jänner bis Juni dieses Jahres, getrennt für Juden und Araber, und die Feststellung, daß im Gegensatz zu den jüdischen Organisationen die Araber keine ausreichende Statistik über den Arbeitsmarkt besitzen. Immerhin kommt H.-S. zu dem Schluß, daß die Arbeitslosigkeit bei den Arabern eine ernste Frage im heutigen ökonomischen Leben Palästinas geworden ist. Die Verwaltung hat die Verpflichtung, auf das Land als auf ein einheitliches Ganzes zu schauen. Die Zahl der einwandernden jüdischen Arbeiter darf nicht abhängen von dem Umfang der jüdischen Arbeitslosigkeit im Verhältnis zu den kommenden Arbeitsmöglichkeiten im nächsten halben Jahr, sondern die Gesamtarbeitslosigkeit in Palästina muß zugrundegelegt werden. „Es ist falsch, daß ein Jude aus Polen, Litauen oder dem Jemen eingelassen wird, um eine frei werdende Stelle auszufüllen, während in Palästina schon Arbeiter vorhanden sind, die diese Stelle ausfüllen könnten, aber keine Beschäftigung finde n." (Dieser wichtige Absatz ist von uns unterstrichen worden.) Es wird aber festgestellt, daß das jüdische Kapital eben zu dem Zweck in das Land einfließt, damit dort jüdische Arbeiter angesiedelt werden können und deshalb macht der Bericht eine besondere Ausnahme. In solchen Unternehmungen, die ausschließlich von jüdischen einfließenden Kapital erhalten werden, ist das Prinzip der jüdischen Arbeit gerechtfertigt. Es kann nicht im Interesse der Araber liegen, daß jüdisches Kapital gehindert wird, in das Land einzufließen und seine Position wird nicht verschlechtert, wenn hier jüdische Arbeit verwendet wird. Selbstverständlich muß bei einer Arbeitslosigkeit im Lande auch verhindert werden, daß zum Beispiel ägyptische Arbeiter eingeführt werden und es muß Vorsorge gegen unautorisierte Einwanderung getroffen werden. Zum Schluß geht S. auf die Suspension der Zertifikate ein und stellt fest, daß die damalige Schedule auf dem ordnungsmäßigen Wege zustandegekommen und genehmigt worden war. Damals wafen die Anweisungen an den Immigrationsbeamten und die Entscheidungen des High-Commissioners durch die Aussicht auf Beschäftigung gerechtfertigt. Inzwischen haben sich die Verhältnisse zu ihren Ungunsten verschoben. Die unter den Juden verbreitete Meinung, daß die Wiedereröffnung der Grenzen für Arbeiter-Einwanderung das Vertrauen des Kapitals wieder herstellen würde, ist nicht ohne Begründung. Vom rein ökonomischen Standpunkt allerdings muß gesagt werden, daß die Rücknahme der Suspension ein Risiko bedeutet, das bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage nicht gerechtfertigt wäre. Für die Ausarbeitung der Labour-Schedule werden wesentliche Aenderungen nicht vorgeschlagen. Die Jewish Agency und das Immigrationsdepartement mögen gemeinsam diese Schedule aufstellen, eventuell könnte man unabhängige