Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1930)
- Article
- Der Bericht Sir John Hope Simpsonś
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 418 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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tionalheimes bedeute nicht nur die Rückkehr eines heimatlosen Volkes zum Boden, sondern gleichzeitig die Rückkehr eines Volkes, das Jahrhunderte lang von allen Quellen produktiver Tätigkeit entjfernt war, zu einem Leben von Arbeit, dem Leben einer sich selbst erhaltenden Gemeinschaft, oder in dem es heißt, „das Nationalheim, welches nicht das nach Profit jagende Unternehmen einer Chartered Company ist, darf nicht auf den Grundlagen billiger Eingeborenenarbeit und deren Ausnutzung durch einwandernden Kapitalismus gebaut werden." Aehnliche Zitate, auch aus einem Briefe der Histadruth selbst werden reichlich gebracht und H.-S. fährt dann fort: „Die Histadruth führt eine Politik, die die Einführung einer neuen Gesellschaftsordnung in sich schließt, basiert auf Gemeinschaftssiedlungen und dem Prinzip der Selbstarbeit. Wo Selbstarbeit unmöglich ist, besteht sie zum mindesten auf der Beschäftigung von ausschließlich jüdischen Arbeitern durch alle jüdischen Arbeitgeber.....46 der zionistischen Kolonien sind auf dem Prinzip der Gemeinschaftssiedlung aufgebaut. Dieser Grundsatz wurde durch die Experten in ihrem Report und durch die Joint Palestine Survey Commission abgelehnt, aber diese Tatsache hat nur einen geringen Eindruck auf die Histadruth selbst und auf die Zionistische Organisation gemacht, denn neue Gemeinschaftssiedlungen werden immer noch errichtet." Nach einer Anzahl von Zitaten von Elwood Mead und Sir John Campbell, die, wie S. bemerkt, auch die heutige Situation mit bemerkenswerter Genauigkeit schildern, faßt der Bericht seine Konklusionen folgendermaßen zusammen: „Die Histadruth fährt fort, zu Lasten der Großzügigkeit der Weltjudenheit ein soziales und ökonomisches Experiment von großem Interesse, aber fraglichem Wert durchzuführen. Die Jewish Agency billigt entweder dieses Experiment oder ist unfähig, es zu unterdrücken." Nachdem über die Haupther kun.ftsländer der Immigranten und die Gründe für ihre Auswanderung einiges gesagt worden ist, geht S. auf die Frage „Einwanderung und Arbeitslosigkeit" ein. Die Araber glauben in weiten Kreisen, daß die Arbeitslosigkeit in ihren Reihen auf die jüdische Einwanderung und die Konkurrenz der jüdischen Arbeit zurückzuführen ist. „Soweit jüdische Arbeit gebraucht wird, in Unternehmungen, die nur mit einfließendem jüdischem Kapital unterhalten werden, ist keine Grundlage für einen solchen Glauben vorhanden. Es ist indessen unmöglich, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, ob Arbeitskräfte in größerem Umfange, als für diese Zwecke notwendig sind, eingeführt worden sind. In der Tat kann man aus der Tatsache der steigenden Beschäftigung jüdischer Arbeiter in anderen Unternehmungen in dem Departement für öffentliche Arbeiten, Eisenbahnen, Bauunternehmungen, die nicht ausschließlich durch jüdisches Kapital erhalten werden, die Folgerung ziehen, daß mehr jüdische Arbeiter ins Land gebracht worden sind, als für rein jüdische Zwecke notwendig gewesen wäre und daß in diesem Umfang der arabische Arbeitsmarkt durch die jüdische Einwanderung gelitten hat. Andererseits kann es nicht zweifelhaft sein, daß die der jüdischen Einwanderung folgende Entwicklung des Landes während der letzten neun Jahre neue Möglichkeiten für arabische Arbeiter geschaffen hat. Die Entwicklung des Orangenhandels allein erfordert die Tätigkeit von einer großen Za^hl arabischer Träger und Schiffer in den Häfen. Dasselbe kann man sagen von dem großen Import von Maschinen und Material im Zusammenhang mit der Jordan-Konzession, mit der Konzession des Toten Meeres und mit dem Bau und der Arbeit der Nesher