Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Milchwirtschaft als Grundlage der landwirtschaftlichen Kolonisation in Palästina
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 378 (sequence 3)
- Language
- German
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nach Palästina ist sehr beträchtlich; sie erfolgt in der Form von kondensierter Milch, Butter, Sahne, Käse und Ersatzstoffetten (Pflanzenfetten). Sie betrug 1925 118.000.— Pfund 1926 119.000.— „ 1927 142.000— „ 1928 106.365— „ Januar/Juni 1929 62.777.— „ Im Jahre 1928 ist zum ersten Male eine kleine Ausfuhr im Werte voa 466 Pfund, im Jahre 1929 bereits eine solche von 6719 Pfund festzustellen. Die Einfuhr ist gesunken. In Liter Milch umgerechnet würde sie im Jahre 1927 noch zirka 13.5 Millionen Liter ausgemacht haben. Sie ist also noch immer sehr beträchtlich. Um zunächst die Bedürfnisse des inneren Marktes zu befriedigen und mit der ausländischen Einfuhr erfolgreich konkurrieren zu können, ist es notwendig, daß die palästinensischen Landwirte unter Wahrung ihres eigenen minimalen Verdienstes die Milch so billig liefern und doch auf einem so guten Qualitätsstandard halten können, daß der an sich nicht sehr kaufkräftige innere Markt voll befriedigt und darüber hinaus so sehr als möglich erweitert werden kann. Die Kosten der Milch setzen sich wie üblich zusammen aus den reinen Produktionskosten auf der Stätte der Erzeugung und den Kosten des Verteilungsprozesses auf dem Wege vom Produzenten über die verschiedenen Stufen des Großhandels bis zum letzten Verbraucher. Aus den verschiedenen Tabellen Wilkanskis läßt sich, der einfachen Uebersicht halber, folgende Tabelle der Zusammensetzung des Milchpreises machen: Tabelle I. Große Farmen Reine Milchfarmen Neue Betriebe Übergangsbetriebe P i a s t e r Vioo Pfund Transport 0.28 0.28 0.28 0.28 Generalunkosten und Kommission 1.00 1.00 1.00 1.00 Detaillist 0.80 0.80 0.80 0.80 Reine Produktion 2.51 1.30 1.60 3.20 4.59 3.38 3.68 5.28 Nun ist der durchschnittliche Milchpreis in Tel-Aviv in dem Jahr, das obiger Rechnung zugrunde liegt, im Durchschnitt Pt 4.00 (In den letzten Jahren ist er etwas gesunken, auif 3.64; dabei Verändern sich auch die anderen Zahlen in der gleichen Proportion). Es ist also offensichtlich, daß nur die ausgesprochenen Milchfarmen ihre Milch mit Gewinn verkaufen können, während alle anderen unter diesen Verhältnissen mit Verlust arbeiten. Eine Steigerung der Gewinnmöglichkeiten ist theoretisch auf zwei Wegen denkbar. Einmal müßten die Kosten der Erzeugung selbst herabgesetzt werden. Dies aber über 1.3 Pt im Durchschnitt und 1.2 Pt im Minimum zu erreichen, ist außerordentlich schwer, wenn man nicht den Lebensstandard der Bauern über Gebühr herabsetzen will. So bleibt nur übrig, im Vertreilungsprozeß erhebliche Ersparnisse zu machen. Und hier wurden, wie später gezeigt werden wird, nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Vorher ist jedoch eine andere Frage zu lösen. Wir befinden uns hier in einem natürlichen circulus vitiosus. Die