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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 372

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
Date
1930-10-01
Page
Seite 372 (sequence 14)
Language
German
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Das vielfach empfohlene Einreiben mit Zitronenöl, Kampferpräparaten u. dg}., sowie Einnehmen gewisser Drogen — beides soll die Moskiten durch starken Geruch fernhalten — sind höchstens von vorübergehender Wirkung. 2. Maßnahmen an Gebäuden. Schon bei ihrer Anlage läßt sich entsprechende Rücksicht nehmen, und zw;ar durch gute Belichtung und Durchlüftung aller Räume — Sonne und Luftzug sind wirksame Feinde der Moskiten! — Vermeiden von dunklen Winkeln und Ecken, hellen Anstrich von Wänden und Decken. Von großem Wert ist Verdrahtung von nicht rostendem Metallgewebe, die man gewöhnlich für einzelne Fenster, Türen (Doppeltüren!) und Terrassen anwendet. In besonders heißen Gegenden, wie im Jordantal, stellt man zuweilen ganze Schlafräume aus Drahtwänden auf dem Flachdach auf. Den zuverlässigsten, auch kostspieligsten Schutz bietet ein zusammenhängendes Drahtgewebe um eine rings um das Haus laufende Veranda. Nicht minder wichtig ist die entsprechende, dauernde Behandlung des Hauses, vor allem die größte Reinlichkeit: regelmäßiges Kehren von Wänden und Decken, Beseitigung von Spinnweben, gelegentliches Kalken oder Abwaschen der Wände und Decken mit einer Kreosotlösung, Vermeidung überflüssiger Möbel, Vorhänge u. dgl. Auch die Verdrahtung ist in gutem Zustand zu erhalten, denn „sie ist nur so wirksam, wie ihr schwächster Punkt".13) Auf dem Gebiete des häuslichen Schutzes bleibt in Palästina noch sehr viel/ zu wünschen übrig. 3. Zerstören von Aufenthaltsplätzen. Gewisse Pflanzen in der Nähe von Gebäuden, die von den Moskiten als Aufenthaltsort bevorzugt werden — wie Sträucher, hohe Gräser, Kakteen utaid Schlingpflanzen, Bäume mit kleinen festen Blättern u. dgl. — werden am besten ganz beseitigt, hohle Bäume mit Beton ausgefüllt. 4. Baumzäune. Andere Bäume und Sträucher, welche die Moskiten abstoßen — wahrscheinlich infolge ihres Geruches — werden in der Richtung zur Hauptbrutstelle reihenweise dicht nebeneinander gepflanzt. 5. Stallungen und Speicher. Da die meisten Haustiere die Moskiten stärker anziehen als die Menschen (ohne selbst der Malaria ausgesetzt zu sein), so halten Stallungen, die zwischen Brutplatz und Haus liegen, die Mücken von diesem erfolgreich ab, wenn sie warm, feucht und dunkel gehalten werden. Besonders zur Ueberwinterung werden Ställe gerne aufgesucht, ebenso gefüllte Speicherräume u. dgl. 6. Natürliche Feinde. Gewisse Vögel, z. B. Schwalben und Fledermäuse, werden zuweilen in der Nähe von Siedlungen gehalten, da sie im Ruf guter Mückenvertilger stehen. In den Vereinigten Staaten werden mancherorts zu diesem Zweck besondere Fledermaustürme errichtet. Freilich wird die günstige Wirkung dieser Tiere von anderer Seite bestritten. Auch gewisse Insekten verzehren Mücken. Hiemit beenden wir die Darstellung der Methoden, die zur Malariabekämpfung in mehr oder minder großem UnÄang angewendet werden. Und doch ist ihre Reihe noch nicht vollständig abgeschlossen. Es ist eine auffällige Erscheinung, daß maincheti Kampagnen der den aufgewendeten Mitteln und Mühen entsprechende Erfolg versagt geblieben ist. Dagegen ist hin- 1S) Home, a. a. o. p. 119.

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