Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 371 (sequence 13)
- Language
- German
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Gegenüber den chemischen Methoden zur Vernichtvqug der Larven haben mechanische Maßnahmen, die gelegentlich angewendet werden, nur geringere Bedeutung. 4. Trockenlegung von Kanälen und Wadis. Bewässerungsanlagen sollen in regelmäßigen Zwischenräumen12) auf eine gewisse Zeit trockengelegt werden, um die Larven zum Absterben zu bringen. Zu diesem Zweck ist es angebracht, die Hauptkanäle doppelt anzulegen, so daß eine rotierende Bewässerung möglich ist. Solche Umleitungskanäle wurden in Palästina auch einige Male vorgesehen, um quellführende Wadis und die Ableitungskanäle von Sümpfen, die aus Quellen gespeist werden, zeitweilig trocken legen zu können. 5. Absperren und Durchspülen von Flußläufen. Die unter den hydraulischen Bonifikationsanlagen erwähnten Staudämme bei im Sommer, wasserarmen Flüssen, werden wie folgt ausgenützt: Durch Schließen des Ablaufes wird das Wasser im Oberlauf angesammelt und der Unterlauf trockengelegt, wodurch ein Teil der Larven abstirbt. Wird das gestaute Wasser danach abgelassen, dann reißt der hierdurch erzeugte Spüistrom die an Felsen und im Kiesbett hängengebliebenen Larven mit fort und vernichtet sie. Von diesem Verfahren hat man in Palästina Gebrauch gemacht. 6. Absenken von Stauteichen. Die bereits erwähnte zeitweilige Maßnahme dient auch dazu, auf den trockengelegten Flächen die Larven zum Absterben zu bringen. 7. Brut fallen (Locktümpel). Künstliche Vertiefungen im Boden oder flache Iiolzkübel, mit Regen- oder Sumpfwasser, gefüllt, dienen dazu, die Moskiten zur Eiablage anzulocken. Sie werden allwöchentlich kontrolliert und die Larven getötet. Schließlich werden zur Vertilgung der Larven auch ihre natürlichen Feinde ausgenützt und zwar dienen zu diesem Zwecke — wenn wir von gewissen Wasservögeln und Insekten absehen — in erster Linie: 8. Larvenfressende Fische, und zwar bestimmte kleine, raubgierige, widerstandsfähige Arten. Im allgemeinen hat man mehr in künstlichen, vegetationsarmen Teichen, als in natürlichen Wasservorkommen,; Erfolge: beobachtet. Die Ergebnisse der in Palästina angestellten Versuche sind noch unsicher. Die sonst sehr empfohlenen Cyprinoden haben bisher hier versagt, dagegen erzielte man gewisse Erfolge mit Gambusia (in Sümpfen) und der auch Algen verzehrenden Tilapia (in Reservoiren von Orangengärten). Die letzte Gruppe der laufenden Maßnahmen umfaßt Vorkehrungen, die dasi Fernhalten der Anopheles von den Menschen, ihren Häusern und Siedlungen zum Ziele haben: 1. Persönliche Maßnahmen. Den besten Schutz während der Nacht bieten baumwollene Moskitonetze über den Betten, vorausgesetzt, daß sie von guter Qualität sind und derart angebracht und behandelt werden, daß sie nicht als Mückenfallen dienen. An besonders gefährdeten Stellen soll man am Abend offene und zu dünne Kleidung vermeiden, gelegentlich verwendet man auch Kopfschleier, Kopfschützer und Handschuhe aus Baumwollgewebe. 12) In Niederländisch Indien ist z. B. die Entleerung allwöchentlich vorgeschrieben. J. F. C. Haslam, Schistosomiasis and Malaria in Relation to Irrigation, p. 26.