Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 370 (sequence 12)
- Language
- German
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Zusammenhanges zu positiven Ergebnissen führen sollte, könnte das Neutralisieren alkalischer Wässer, eventuell durch die Wurzelwirkung gewisser Pflanzen möglicherweise als eine wirksame Schutzmethode entwickelt werden. Die zweite Gruppe der laufenden Maßnahmen ist darauf gerichtet, die bereits in der Entwicklung begriffenen Larven zu zerstören. Diesem Zweck dienen in erster Linie eine Reihe chemischer Mittel (Larviciden), die allerorts eine wichtige Waffe im Kampf gegen die Malaria liefern und auch in Palästina in sehr erheblichem Maße zur Anwendung kommen. Ihr Platz ist ebensowohl dort, wo sie zur Ergänzung hydraulischer Bonifikationstanlagen dienen, besonders wenn diese nur in unvollkommener, provisorischer Weise zur Durchführung gekommen sind, als vor allem in den noch immer vorherrschenden Fällen, daß sie als das Hauptmittel zur Kontrolle der Malaria dienen müssen. Zu den chemischen Methoden gehören: 1. Petrolisieren. Das die Wasserfläche abschließende und die Larven erstickende Petroleum ist das verbreitetste unter den Larviciden. In Palästina1 wird es sowohl in den Städten —! für Zisternen, Senkgruben, Aborte — angewendet, wie auf dem Lande!und zwar hier vornehmlich bei fließendem Wasser. Reines Petroleum wird selten benutzt, vielmehr meistens Mischungen mit Rohöl. In Palästina benutzt man nur gelegentlich Solaröl (ein halb gereinigtes Produkt), hauptsächlich aber eine Mischung von vier Teilen reinem Petroleum und einem Teil Rohöl unter Zusatz von etwas Rizinusöl oder Cresol. Anderswo dienen auch sonstige Stoffe, wie Karbolsäure, Harz u. a. als Zusatzmittel. Anstatt Petroleum werden gelegentlich auch andere Mittel verwendet, wie Olivenöl (wo es besonders billig ist, wie in Griechenland), eine aus Kaktusblättern gewonnene Flüssigkeit u. a. Die Verteilung des Petroleums auf der Wasseroberfläche erfolgt auf verschiedene Weise: durch Ausgießen (bei kleinen Flächen) oder Verspritzen aus Sprengkannen oder Tragapparaten. Auch verwendet man mit der Flüssigkeit getränkte Wische oder streut mit ihr vermischtes Sägemehl aus, beziehungsweise 'läßt dieses in einem Sack auf der Oberfläche schwimmen. 2. Vergiften. Die Zahl der durch Vergiftung der Larven wirkenden Chemikalien ist ziemlich bedeutend, wenn auch nur wenige allgemeinen Eingang gefunden haben. In Palästina hat sich vor allem Schweinfurtergrün („Paris Green"), bestehend aus arseniksauirem und essigsaurem Kupfersalz^ immer mehr eingebürgert und für stehende Gewässer und bei starker Vegetation das Petroleum fast ganz verdrängt. Es wird mit Straßenstaub, Holzkohlenasche (aus den arabischen Backöifen) oder mit anderen pulverförmigen Stoffen vermischt und von Hand, mittes Handbläsern, maschinellen Apparaten^ ja sogar vom Flugzeug aus auf der Wasserfläche ausgebreitet. Sonstige Larviciden sind: Cresol, Saprol, Karbolsäure, Lysollösung, Karbolharzseife, flüssiges Paraffin, Baumwollsamenteer, Gelin u. a. In Italien wurden Versuche mit Giftgas angestellt. 3. Versalzen des Wassers. Die meisten Anopheleslarven gedeihen nur in Süßwaisser. Man läßt daher gelegentlich in Sümpfe, die nahe der Meeresküste liegen (z. B. in Athlit) Seewasser ein, in dem die dort heimischen Larven nicht existieren können. Abgesehen von der seltenen Anwendungsmöglichkeit hat dieses Verfahren den Nachteil, daß das Wasser rasch den Salzgehalt verliert. Auch hat man beobachtet, daß sich Süßwasserlarven allmählich an Salzwasser gewöhnt haben.