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Palästina · 1930-10-01 · Heft 10-11 (Oktober 1930) · p. Seite 368

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
13 (1930)
Issue
Heft 10-11 (Oktober 1930)
Article
Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
Date
1930-10-01
Page
Seite 368 (sequence 10)
Language
German
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Seite das Bestreben ausging, permanente und möglichst vollkommene Ausführungen zu schaffen, hat die palästinensische Regierung aus Sparsamkeitsgründen sich auf diesem Gebiete von vornherein bescheidenere Ziele gesetzt. Sie begnügt sich im allgemeinen mit einfachen, behelfsmäßigen Anlagen, die vielfach von den Anliegern in Selbstarbeit, jedenfalls aber größtenteils auf ihre Kosten ausgeführt werden. Für einige größere Anlagen dienten Mittel, welche die Malaria Survey Section (M. S. S.), die vom International Health Board der Rockfeller-Stiftung unterhalten wird, zur Verfügung gestellt hat. 8) Man hat die von jüdischer Seite in Palästina für Sanierungsarbeiten reichlich investierten Mittel manchmal für übertriebenen Luxus erklärt, zu dem der Erfolg nicht im entsprechenden Verhältnis stehe. Zweifellos sind — aus Mangel an Erfahrung — beim Bau viele Fehler und überflüssige Ausgaben gemacht worden, manche Arbeiten wurden nur oberflächlich oder gar nicht zu Ende geführt, die Unterhaltung läßt in der Regel viel zu wünschen übrig. Weiter setzt die Nähe unsanierter arabischer Dörfer und Beduinenlager oft die Wirkung herunter, ebenso wie in manchen Fällen der Wechsel der ßrutstellen neue Malariaherde außerhalb des Sanierungsbereiches geschaffen hat. Schließlich hat man im allgemeinen den Fehler gemacht, daß man — in Unterschätzung der Flugweite der Moskiten — die Schutzzone um die Siedlungen nicht genügend breit angenommen hat. Alle diese Umstände — auf einen weiteren werden wir noch zurückkommen —, hatten zur Folge, daß die Sanierung tatsächlich nicht den erstrebten Wirkungsgrad erreicht hat. Trotzdem hat die „Hydraulische Bonifikation" in Palästina im allgemeinen viele wohltätige Wirkungen ausgeübt und muß auch in Zukunft mit Energie weiter fortgesetzt werden. Anders als die bisher beschriebenen indirekten Maßnahmen, die einmal zur Anwendung kommen, gibt es eine größere Anzahl ständig verwendeter Methoden. Sie stehen nicht im Gegensatz zu jenen, sondern ergänzen sie, beziehungsweise finden dort allgemeine Verwendung, wo nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen. Die ihnen gestellte Aufgabe ist nicht, die Malaria zu vertilgen, sondern sie zu „kontrollieren". Auch in Palästina nehmen einige dieser Methoden einen wichtigen Platz ein und bilden einen Hauptteil der Tätigkeit der Regierung, in deren Händen jetzt der laufende Bekämpfungsdienst vollständig konzentriert ist. 9) Die ständigen Maßnahmen zerfallen in drei Gruppen, die gegen verschiedene Objekte gerichtet sind: die Brutplätze, die Anopheleslarvejn und die ausgewachsenen Moskiten. Unter den Methoden zur Beseitigung und Verhütung der Brutstellen sind zu erwähnen: 1. Unterhaltung der technischen Anlagen. Sie ist, wie bereits erwähnt, eine wesentliche Voraussetzung der hydraulischen Bonifikation — darin sind sich alle fachmännischen Ansichten einig. „Die Unterhaltung der technischen Antimalaria-Arbeiten ist wenigstens ebenso wichtig, als es die 8) Raummangel verbietet es, auf Einzelanlagen einzugehen. Die meisten der vorher aufgeführten Methoden sind in größerem oder geringerem Umfang zur Anwendung gekommen. 9) Zu diesem Zweck wurde das M. R. U., allerdings in verkleinertem Umfang, dem Departement of Health angegliedert.

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