Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 367 (sequence 9)
- Language
- German
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IL Mittel zur Verbesserung von Wasserläufen. a) Flußregulierung. Beseitigung von Stellen geringerer Geschwindigkeit, Durchstiche, Umlaufkanäle, Regulierung und Kanalisierung der Sohle, Drainage der Wasserstellen in Wadis, Pflasterung an Furten und Durchlässen, Begradigung und Befestigung der Ufer, Beseitigung der Vegetation, Anlage von Staudämmen in tiefen Flußbetten bei geringerer Wasserführung im Sommer; im Oberlauf Verbauung und Terrassierung des Bettes, oft verbunden mit Aufforstung. b) Kanalregulierung. Anlage von Wechselkanälen für rotierende Bewässerung, Befestigung von Ufern und Sohle, Ersatz offener Kanäle durch Rohrleitungen. III. Maßnahmen bei Wasserversorgungsanlagen. a) Zisternen und Brunnen. Massive Ueberdeckung, Verdrahtung der Oeffnungen, Anwendung von Handpumpen, Pflasterung und Entwässerung der Umgebung. b) Reservoire und Teiche. Anlage an freien windausgesetzten Stellen, Befestigung der Ufer, Beseitigen der Vegetation. Die Auswahl unter den vorstehend ausgeführten Maßnahmen und ihre Detailgestaltung muß auf Grund genauen Studiums und Berücksichtigung der lokalen Verhältnisse erfolgen. Jeder Fall erfordert eine individuelle Behandlung und nirgendwo ist eine schematische Lösung weniger am Platz als hier. Da es sich ferner meist um umfangreiche, kostspielige Arbeiten handelt, so fällt die finanzielle Seite schwer ins Gewicht und nur wo sie gesichert ist, sollte man an die Sanierungsarbeit herangehen, sie aber so sortgfältig wie möglich gestalten. Wenn jährlich nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen, sollte man das Projekt etappenweise in Einzelteilen durchführen. Die hydraulische Bonifikation dient vielfach nicht nur der Malariabekämpfung, sondern auch — und in manchen Fällen sogar vorwiegend — anderen Zwecken, wie der landwirtschaftlichen Melioration und der Wasserversorgung. Wenn diese Zwecke in den Vordergrund treten, kommt es oft vor, daß die geschaffenen Anlagen die Malariagefahr eher erhöhen als verringern. Wo zum Beispiel das gewonnene Wässer zur Irrigation verwendet wird, bleibt es oft an einzelnen Stellen oberirdisch stehen oder der Grundwasserstand steigt übermäßig. Die zahlreichen Kanäle, die eine üppige Vegetation begünstigen, sind — wegen der großen Länge der der Brutablage dienenden Uferstrecken — oft viel bedenklicher, als die Ueberschwemmungs- und Sumpfflächen, die beseitigt worden sind. Dieselbe Gefahr bringen auch provisorische, flüchtige und halbvollendete Arbeiten, die oft mehr Schaden als Nutzen anrichten. Dasselbe kann auch bei gut ausgeführten Anlagen eintreten, wenn sie nicht ständig aufs sorgfältigste unterhalten werden und so allmählich in Verfall geraten. Die hydraulische Bonifikation ist in Palästina im großen Umfang zur Anwendung gekommen. Den Hauptanteil tragen jüdische Institutionen: die Pica* die Zionistische Organisation (speziell der Keren Kajemeth), die American Zion Commonwealth, Haifa Bay Development Cy). Die Kosten der von ihnen bisher ausgeführten Anlagen übersteigen 300.000 Pfund. Ein besonderes Institut, das vom Joint Distribution Comittee Unterhaltene Malaria Research Unit (M. R. U.), hat als beratende Instanz mitgewirkt. Während von dieser