Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 13 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (Oktober 1930)
- Article
- Die Bekämpfung der Malaria, unter besonderer Berücksichtigung Palästinas
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 366 (sequence 8)
- Language
- German
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die durch die hiesigen klimatischen Bedingungen sehr stark gefördert wird, begünstigt bei Wasserläufen die Brutablage noch stärker, als bei stehenden Gewässern, da die Uferlinien viel ausgedehnter sind. Die Larven gewisser Arten (z. B. von A. superpictus) bevorzugen wiederum gerade rasch fließende, reine Gebirgswässer mit einer Fels- oder Kieselsohle, wobei sie seitlich an den Felsen hängen oder unter Steinen liegen. Unter den brutfördernden Gelegenheiten sind schließlich noch die landest üblichen Wasserversprgungsahlagen zu erwähnen. Hieher gehören die sehr verbreiteten Regenzisternen, offene Schachtbrunnen, die zu Bewässerungszwecken gegrabenen Flachbrunnen, offene Teiche und Reservoire der Orangengärten. Tränkstellen für Vieh sind wegen der erwähnten Eigenschaft der Huf spuren besonders bedenklich. So variierend die Gestaltung und Herkunft der Wasservorkommen sowie die Brutgewohnheiten der verschiedenen Anophelesarten sind, so gestalten sich auch die Mittel zur Beseitigung und Verhütung der Brutplätze entsprechend verschiedenartig. Sie bilden ein besonderes Zweiggebieti der sanitären Technik, das nach dem Vorbild von Italien, dem klassischen Land der Malariabekämpfung, als „hydraulische Bonifikation" zusammenfassend bezeichnet wird. Wir müssen uns darauf beschränken, die wichtigsten zur Anwendung kommenden Methoden in summarischer Uebersicht aufzuzählen. I. Mittel zur Beseitigung von stehenden Wasseransammlungen. a) Entwässerung: 1. Abfangkanäle (zum Abfangen der von Hängen abfließenden Niederschläge; 2. Sammelkanäle (zum Abführen der Oberflächenwässer); 3. Horizontaldrainage (zum Abfangen von Quellen, Senken eines zu hohen Grundwasserstands, Entwässerung bei Irrigationen); 4. Vertikaldrainage (zur Versenkung von Oberflächenwasser in tieferliegenden Schichten). b) Auf höhung tiefliegender Stellen: 1. Aufschütten oder Einspülen von Böden; 2. Allmähliche Verlandung mit Schwemmaterial (Kolmation). c) Deiche gegen Ueberschwemmungen: 1. Flußdeiche; 2. Meeresdeiche. d) Ouellfassungen, verbunden mit einer der unter a) erwähnten Methoden der Abführung des Ouellwassers. e) Fischteiche zur Aufnahme des abgeleiteten Wassers bei Fehlen einer natürlichen Vorflut. f ) Sammelbrunnen und Pumpanlagen, wenn keine andere Möglichkeit der Wasserableitung besteht oder das Wasser zur Wasserversorgung oder Irrigation verwendet wird. g) Beseitigung der Ufervegetation. h) Baumpflanzungen. Gewisse Pflanzen, deren Wurzeln stark wassersaugend sind, wirken absenkend auf einjen hohen Gjrundwasserstand. Hieher gehören mehrere Eukalyptus arten (die in Palästina vielfach angepflanzt worden sind), ferner Kasuarinen, Sonnenblumen, Papaja u. a.